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Georg Friedrich Händel, Antonio Caldara

Dixit Dominus, Motetten, Antiphone u.a.

Roberta Invernizzi, Martin Oro, Markus Brutscher u.a., Alessandro de Marchi, Academia Montis Regalis

DHM/Sony 88691926042
(98 Min., 7/2011) 2 CDs

Dass Georg Friedrich Händel Protestant war, schien Rom nie gestört zu haben. Denn im Zentrum des katholischen Glaubens schuf Händel mindestens zehn lateinische Kirchenmusikwerke. Darunter befinden sich Antiphone, Motetten und Psalme, die Händel 1709 möglicherweise für die Vespern des römischen Karmeliter-Ordens komponiert hat. Und wie die italienische Händel-Spezialistin Angela Romagnoli nun im Booklet vermutet, erklang bei den zweitägigen Liturgien mit dem „Dixit Dominus“ wohl auch Händels bekanntestes, ‚italienisches‘ Kirchenwerk. Zwar steht der Versuch, eine repräsentative Vesper mit Werken von Händel sowie des ebenfalls in Rom wirkenden Zeitgenossen Antonio Caldara zu rekonstruieren, auf leicht tönernen Füssen. Doch Dirigent Alessandro de Marchi beweist mit seiner Accademia Montis Regalis sowie einem durchweg exzellent besetzten Solistenquintett, dass sich auch so eine spekulative Aufführungspraxis lohnt.
Umrahmt von gregorianischen Gesängen und Gebeten, erklingen die ausgewählten Werke mit einer ungemeinen Herzenswärme und fließenden Expression. Wenn etwa die Sopranistin Roberta Invernizzi in der Händel-Motette „Saeviat tellus“ die süße Nacht „O nox dulcis“ besingt, ist das reinster Balsam. Nicht nur hier sorgen die Orchestermusiker für ein Klangbild, das so edel ausbalanciert ist, wie man es in letzter Zeit nur noch selten in der Alte Musik-Szene erleben durfte.

Guido Fischer, 19.05.2012



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