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Antonín Dvořák, Dmitri Schostakowitsch, Josef Suk

Klaviertrios

Ahn Trio

EMI 556674 2
(67 Min., 7/1997) 1 CD

Ich bin, nach Hören ihrer ersten CD, ein bisschen sauer auf das Ahn Trio: Sie haben mir das Wortspiel verpatzt, sie seien AHNungslos, wenn es um Dvořák oder Schostakowitsch gehe. Als Rezensent entwickelt man, je älter man damit wird, Vorurteile. Und hier sind auf dem Cover drei äußerst hübsche, junge, dem asiatischen Kulturkreis entstammende Mädels in etwas exzentrischer Pose - da denke ich natürlich an die allzu glatten Bekova Sisters oder gleich an Vanessa Mae.
Aber alles Quatsch, die drei Ahn-Schwestern (zwei sogar eineiige Zwillinge) sind ausgesprochen gut, manchmal vielleicht ein bisschen draufgängerisch, aber ihre Virtuosität trägt das. Und im dritten Satz von Dvořáks “Dumky”-Trio zum Beispiel gibt es auch wunderbar reflexive, melancholische Momente. Spielen können sie alle drei wie die Teufelinnen, und das kommt nicht oft vor bei Klaviertrios, ob sie nun miteinander verwandt sind oder nicht.
Ein wenig manieristisch wird’s manchmal auch, aber so, dass es immer noch als “individuelle Sichtweise” durchgehen kann - und darum dreht sich’s ja. Die Gesichtslosigkeit der Bekova-Schwestern jedenfalls langweilt nach wenigen Minuten.
Nicht so hier: Das Ahn-Trio hält den Hörer blitzwach auf der Stuhlkante; man fragt sich immer: Was machen sie mit dem, was jetzt kommt? Wie werden sie das gestalten? Das ist oft unglaublich spannend, und ich kann Ihnen sagen: Häufig sind die Lösungen einfach verblüffend. (Die sechsminütige “Elegie” von Josef Suk, drittes Werk auf dieser CD, ist übrigens ein Gedicht.)
Ja, wenn echtes Temperament sich mit echtem Können paart, klingt das ungefähr so wie hier. Ergo, ein dreifach Hoch auf hübsche Frauen, die auch noch Musik machen können! (Liest sich sexistisch, ist aber ganz brav gemeint.)

Thomas Rübenacker, 30.04.1998



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