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Alessandro Grandi

Venezianische Motetten

Dominique Moaty, Sharman Plesner, Caroline Gerber, Jean-Christophe Deleforge, Marie Langlet, Pierre Cazes

Pierre Verany/Note 1 PV711101
(60 Min., 10/2008)

Es kommt relativ selten vor, dass man auf eine CD trifft, über die man sich weder wenigstens ein bisschen freuen noch zumindest ein wenig ärgern kann – eine CD, die einen stattdessen nur ratlos zurücklässt. Diese hier ist so eine. Die Sopranistin Dominique Moaty, über die im Netz kaum etwas zu erfahren war, obwohl ihr Name nicht ganz unbekannt ist, verfügt über kaum eine Eigenschaft, die sie zur Einspielung venezianischer Solomotetten des Frühbarock qualifiziert. Sie kann nicht sauber intonieren, sie hat keine verlässliche Koloraturtechnik, sie kann daher auch nicht adäquat verzieren, und ihr fehlt jedes Gespür für die (phonetische) Ästhetik der wundervollen lateinischen Texte (teils biblisch, teils gedichtet), die aus ihrem Mund wie ein sinnloses Silbenwirrwarr klingen. Matte, sicher nicht immer gewollte Portamenti lassen ihren Vortrag zu einer Art Dauer-Lamento geraten; es fehlt auch an einem verlässlichen Stimmsitz, weshalb eine klangliche Prägnanz und eine Stringenz in der Linienführung überhaupt nicht erreicht werden kann. Um Frau Moaty herum musiziert unverdrossen ein gar nicht so schlechtes kleines Ensemble aus barocken Streichern plus Continuogruppe – wie mögen die Aufnahmesitzungen verlaufen sein? Eine gespenstische Veranstaltung.

Michael Wersin, 14.07.2012



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