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Antonín Dvořák, Edward Elgar

Violinkonzert, Violinsonate

Maxim Vengerov, Revital Tschatschamow, New York Philharmonic, Kurt Masur

Teldec/Warner Classics 4509-96300-2
(58 Min.) 1 CD

Bereits die Eröffnung des Dvorák-Konzertes mit dem energisch-markanten Hauptthema lässt um den Fortgang fürchten. Kurt Masur schlägt mit den New Yorker Philharmonikern ein bedeutungsschwanger schwerfälliges Tempo an und führt dies zu Ungunsten einer temperamentvollen Grundhaltung fort. Man wartet bis zum Ende des stereotyp skandierten Finalsatzes vergebens auf melodisches Strömen, rhapsodische Freiheit oder auch einmal überbordenden Jubel. Wirklich zündendes, temperamentvolles Musizieren scheint hier ein Fremdwort zu sein. Das wirkt alles auf hohem Niveau determiniert, vorausschaubar, frei von spontanen Regungen. Vengerov passt sich nahtlos ein. Bei ihm rangiert geigerische Bravour vor musikalisch-musikantischer Ausprägung.
Bei Elgars Violinsonate habe ich den Eindruck, Vengerov fühle sich bei einem alle zirzensischen Register erfordernden Violinschmankerls wohler als bei einem Werk, das Stimmungsdichte und intimen Zauber verlangt. Im Andante führt er zwar in zauberhafte Stimmungen hinein, aber es gelingt ihm nicht, jene Stimmung zu erzeugen, wie sie Elgars Frau Alice beschrieb: "Es ist die Magie des Waldes und hat eine ungreifbare Sensibilität."

Wolfgang Wendel, 16.11.2000



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