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Fanny Hensel-Mendelssohn

Das Jahr

Els Biesemans

Genuin/Note 1 GEN 12244
(63 Min., 10/2011)

„Ich habe ein ewiges, unvergängliches Bild in der Seele, das vor keiner Zeit verblassen wird. Ich danke Dir, o Gott!“ ‒ so hielt Fanny Hensel 1841 beim Abschied aus Rom ihre innere Stimmung fest. Hinter ihr lag ein mehrere Monate dauernder Italienaufenthalt, der sich rückwirkend als die glücklichste Zeit in ihrem Leben erweisen sollte. Dokument des Italienjahrs ist der Klavierzyklus „Das Jahr“ der nicht nur eine der besten Kompositionen Fannys, sondern der Geschwister Mendelssohn darstellt. Wer die zarten Vignetten kennt, die Fannys Mann Wilhelm Hensel zu den zwölf Charakterstücken zeichnete, der wird beim Anhören dieser Aufnahme erschrecken: Der historische Pleyel-Flügel von 1851, den Els Biesemans für ihre Aufnahme verwendete, klingt durchaus nicht mädchenhaft.
Doch das ist Programm ‒ denn Fanny wünschte sich als Ideal einen „vollen, schweren, etwas bärbeißigen Flügel“ nach englischem Vorbild. So perfekt das Instrument also gecastet ist und so gut sich mit ihm der lebhafte Charakter von Person und Spiel Fanny Hensel-Mendelssohns hervorkehren lässt, so ist er dennoch kein einfacher Partner. Je sommerlicher und sanglicher es in dem Zyklus zugeht, je mehr wachsen Zweifel, ob die technisch hoch souveräne und mit geschmackvollem Rubato phrasierende Pianistin in dieser Partnerschaft immer den dominierenden Part spielt. Die eingeblendeten alten Choräle, die Narren- und Totentänze des Februar und die Jagdszenen des Oktober profitieren desto stärker von der reichen Klangfülle und der orgelhaften Schwere des Instruments. Und für Fannys Fans empfiehlt sich die Einspielung noch überdies, weil sie mit der Erstfassung des „Juni“, dem „Saltarello Romano“ und dem „Abschied von Rom“ noch weitere gelungene Charakterstücke mit Bezug zu der Italienreise der Komponistin bietet.

Carsten Niemann, 17.11.2012



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