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Johann Christian Bach

Zanaida

Sara Hershkowitz, Chantal Santon, Daphné Touchais, Marina De Liso, Pierrick Boisseau, David Stern, Opera Fuoco

Zig-Zag Territoires/Note 1 ZZT 312
(129 Min., 2/2012) 2 CDs

Wenn eine Oper von Johann Christian Bach neu eingespielt wird, darf man sich des Interesses der Melomanen sicher sein. Die Werke des jüngsten und erfolgreichsten Sohns des Thomaskantors sind musikalisch einfallsreich und enorm effektvoll. Allerdings sind die Vokalparts wahrlich nicht ohne, technisch wird den Sängern da einiges abverlangt. Was aber eben auch deutlich zur erwähnten Faszination beiträgt.
Beim letztjährigen Bachfest Leipzig präsentierte das Ensemble Opera Fuoco unter seinem Gründer und Leiter David Stern "Zanaida", die zweite Londoner Oper Johann Christian Bachs. Anfang dieses Jahres begab sich die Truppe dann ins Aufnahmestudio und bannte die erst 2010 durch Zufall in der Bibliothek eines amerikanischen Sammlers entdeckte Partitur auch auf Tonträger. Und das Ergebnis kann sich hören lassen. Gewiss, man hätte sich hier und da einen Schuss Exaltiertheit gewünscht, der dieser Art Vokalmusik gut ansteht, und auch bei der Ausschmückung der Arien wäre etwas mehr Fantasie nicht verkehrt gewesen, doch ist das stimmliche Niveau durchweg (sehr) hoch.
Sara Hershkowitz beweist in der Titelpartie, dass sie eindeutig – und zu Recht – die Hauptrolle spielt. Mit ihrer erfrischenden vokalen Kessheit setzt sich auch Daphné Touchais selbstbewusst innerhalb des Fünf-Soprane-Feldes ab. Für Marina De Lisos versierten Alt ist es schon vom Timbre her leichter, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Schade nur, dass etliche Arien gestrichen wurden, was für die Bühnenproduktion verständlich, bei einer Einspielung aber bedauerlich ist. Aber besser gut zwei Stunden als gar keine "Zanaida".

Michael Blümke, 17.11.2012



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