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Joseph Haydn, Johannes Brahms

Streichquartett Hob. III:63 (Lerchenquartett), Streichquartett a-Moll op. 52/II

Danish String Quartet

CAvi/harmonia mundi 8553264
(48 Min., 3/2012)

Schon allein mit ihren beeindruckenden Haarschöpfen und wilden Bärten prägen sich die vier Herren des Danish String Quartet als markante Botschafter ihres Landes ein. Nachdem sie sich, wie es sich gehört, mit Einspielungen von Nielsens Quartetten auf dem Schallplattenmarkt vorgestellt haben, zeigen die Dänen mit den blonden Mähnen, dass sie gewillt sind, auch ohne Regionalbonus in der obersten Liga aufstrebender Streichquartettformationen mitzumischen. Das ambitionierte a-Moll-Quartett des Wahlwieners Brahms bietet sich für ein solches Unternehmen an, doch auch die Idee, das Werk mit dem Lerchenquartett von Streichquartett-Papa Haydn zu kombinieren, ist glücklich: Frische, Witz, Stilsicherheit und Präzision, mit der sie den Vogelschlag nachahmen, ohne ihn zum Gimmick verkommen zu lassen, sind Ausweis für zentrale Qualitäten, die dieses Ensemble auszeichnen. Gerieten sie im Finale nicht über der Lust am virtuosen Lauf an die Grenze des Gehetzten, wäre man fast versucht, der Interpretation dieses Quartetts Referenzstatus zuzuerkennen. Gewicht hat auch ihr Wort zu Brahms: Die Lesart der Dänen zeichnet sich durch belebte Präzision, Texttreue und unsentimentale Ausdruckskraft aus. Beeindruckend ist die Dezidiertheit, mit der auch scheinbar unbedeutende Begleitfiguren artikuliert werden, ohne dass diese dadurch ihre dienende Rolle verlassen. Und auch wenn man sich darüber streiten könnte, ob sich Brahms die ungarischen Momente des Quartetts nicht noch süffiger und verschleifter gedacht haben mag, so ist die Interpretation in ihrer Art doch schlüssig und musikantisch genug, um auch hier ein überzeugendes Statement gegen allzu enge regionale Festlegungen zu formulieren.

Carsten Niemann, 24.11.2012



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