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Antonio Vivaldi, Tomaso Albinoni, Antonio Caldara u.a.

Venezia – Opera Arias Of The Serenissima

Max Emanuel Cencic, Riccardo Minasi, Il Pomo d'Oro

Virgin/EMI 4645452
(63 Min., 9/2012)

Davon können wir heute nur träumen: ein halbes Dutzend Opernhäuser in einer einzigen Stadt. Diese paradiesischen Umstände herrschten zu Vivaldis Lebzeiten in seiner Heimatstadt Venedig. Mit durchschnittlich zehn Uraufführungen pro Jahr hielt man das anspruchsvolle Publikum der Serenissima bei Laune. Das ergibt ein Output von etwa 350 Werken allein für das erste Drittel des 18. Jahrhunderts. Und genau dieses hatte Max Emanuel Cencic bei der Zusammenstellung von "Venezia" im Blick. Knapp die Hälfte des Programmes machen Arien von Vivaldi aus (erfreulicherweise aber nicht die üblichen Verdächtigen), den größeren Teil bestreiten Albinoni, Caldara, Gasparini, Giacomelli, Porta und Sellitto.
Eine perfekte Auswahl zur Demonstration von Cencics Kunst, die mittlerweile ein kaum zu übertreffendes Niveau erreicht hat. Trotz stärkster Konkurrenz darf man behaupten, dass der 36-jährige Kroate der derzeit führende Countertenor ist. (Auch wenn Kollege Jaroussky ätherischer schweben kann.) Schon die pure Schönheit und Sinnlichkeit der Stimme, der so gar nichts Anämisches oder Strohiges anhaftet, begeistert. Dazu wird sie weich und elegant geführt, kann aber auch energisch zupacken oder attackieren. Extreme technische Anforderungen meistert Cencic mit größter Selbstverständlichkeit, selbst schnellste Läufe sind stets sauber und geschmeidig, hohe Töne bindet er vorbildlich in die Linie ein, ohne den Fluss zu stören. Gleichzeitig erweist er sich auch auf gestalterischer Seite überlegen, weil er nicht wie etliche Stimmfachkollegen pauschal im Ausdruck bleibt, sondern Affekte und Stimmungen nachdrücklich und glaubwürdig vermittelt. Unbedingt empfehlenswert!

Michael Blümke, 20.04.2013



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