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Wolfgang Amadeus Mozart

Klavierkonzerte Nr. 9 KV 271 und 25 KV 503

Richard Goode, Orpheus Kammerorchester

Nonesuch/Warner Classics 7559-79454-2
(62 Min., 2/1997, 12/1997) 1 CD, DDD

Das gewaltige Jeunehomme-Konzert (KV 271) hat etwas gemeinsam mit Uncle Ben‘s Reis - es gelingt immer. In den Dunkelheiten des langsamen Satzes findet jeder seine langen Schatten, im Kopfsatzbeginn seine Jugendkeckheit. Richard Goode und das Orpheus Kammerorchester machen keine Ausnahme.
Das enorme C-Dur-Konzert KV 503 ist da eine härtere Aufgabe. Es ist der Liebling der Analytiker, nicht der Hörer. So massig, ungeformt und gnadenlos klar stehen die Motive da wie die Marmorblöcke in einem italienischen Steinbruch. Mozart interessierte hier die Errichtung einer monumentalen, absolut konsequenten Architektur aus “neutralem” Material, und so zügelte er seinen melodischen Einfallsreichtum. Richard Goode bearbeitet den C-Dur-Marmor mit seinem unverzärtelten, robusten Zugriff insgesamt überzeugend. Doch ein Hauch von Misstrauen dem Werke gegenüber ist spürbar, wenn Goode bei vielen Verzierungen seltsam manieriert verzögernd “nachbessert”. Das entspricht zwar generell den Gepflogenheiten der Mozart-Zeit, wirkt aber bei der ungalanten Strenge dieses Großwerkes einfach deplaziert. Barenboim und Gieseking ließen das spröde Werk ohne affige Schönheitspflästerchen singen, die Goode anbringt. Er hätte sich seinem schnörkellosen Stil ruhig konsequenter anvertrauen dürfen. Die Mittagshelle diese Konzertes ist voller Rätsel. Es wartet weiter auf einen wirklich bedeutenden Mozart-Interpreten der Gegenwart.

Matthias Kornemann, 30.04.1998



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