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Wolfgang Amadeus Mozart

Klavierkonzerte Nr. 11, 17 und 19

Zoltán Kocsis, Budapest Festival Orchestra

Philips/Universal 456 577-2
(75 Min., 10/1996, 3/1997) 1 CD

Für manche Ausdrücke unserer Muttersprache sollten wir uns schämen: Wenn etwa Geist und Technik sich vermählen, um das zarte Gespinst musikalischer Schönheit einzufangen, bleibt uns für dieses Ereignis nur das bürokratische Wortungetüm “Aufnahmesitzung”. Klangverwaltung ist denn auch häufig das Ergebnis solchen Tuns.
Als der Pianist und Dirigent Zoltán Kocsis mit dem Budapester Festivalorchester getagt hat, waren das bestimmt keine “Sitzungen”, vielmehr “Sessions”, und zwar solche, bei denen es richtig “abging”. Hier taten sich zwei Partner zusammen, die nicht auf den Olymp ewiger Schönheit schielten, sondern neugierig darauf schienen, sich gegenseitig kennenzulernen, zu beflügeln und wunderbar spontan zu musizieren. So mildert sich in den langsamen Sätzen Kocsis’ “Corbusier”-Klavierton (nur Stahl und Glas) unter den besänftigenden Flötentönen der Holzbläser, lässt sich das Orchester umgekehrt vom sinfonischen Mozart-Bild seines Klavierpartners gern dazu animieren, den Partituren allen Rokoko auszutreiben. Da verzeiht man bei barschen Tempovorgaben von Kocsis gerne die eine oder andere Atemlosigkeit. Den sterilen Perfektionsdrang der großen Orchester machen diese vorzüglichen Musiker mit Risikofreude wett.

Stefan Heßbrüggen, 30.06.1998



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