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Stepping Out

Anthony Strong

Naïve/Indigo NJ 622811
(48 Min., 11 & 12/2012)

Oh, ist der altmodisch. Oh, ist der gut. Anthony Strong, Sänger und Pianist aus London und 28 Jahre alt, interpretiert Standards wie Cole Porters „Too Darn Hot“, Bert Kaempferts „L-O-V-E“, Kurt Weills „My Ship“ oder Cy Colemans „Witchcraft“ so überzeugend, als sei er mit den mehr als ein halbes Jahrhundert alten Songs aufgewachsen. Er swingt mit voller Seele, und in seiner Stimme schwingt die Freude am Entertainment und den klaren, aus der natürlichen Intonation der Texte entwickelten Melodien. Wie sehr er die alten Formen verinnerlicht hat, zeigt sich auch an fünf eigenen Songs, die sich nahtlos in das Klassiker-Repertoire einfügen.
Strong selbst begleitet sich zurückhaltend, aber effektiv am Klavier, und mit Tom Farmer oder Calum Gourlay am Kontrabass, beziehungsweise Matt Skelton und Sebastian de Krom am Schlagzeug, hat er Partner an seiner Seite, die mit voluminös tieftönigen, kraftvoll akzentuierten Bassmelodien, vielschichtigen Rhythmen und geschickt herbeigespielten Breaks moderne Elemente ins Geschehen bringen. Hin und wieder kommen eine achtköpfige Streicher- und eine vierköpfige Bläsergruppe zum Einsatz, und zwischendurch bringen der Trompeter James Morrison sowie die Tenorsaxofonisten Brandon Allen und Nigel Hitchcock solistisches Feuer ins Geschehen. Dank seines weichen Timbres und der Klarheit von Artikulation und Intonation hat er das Zeug, in die Reihe der großen Jazz-Entertainer aufzusteigen. Eine Entdeckung.

Werner Stiefele, 25.05.2013



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