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Wolfgang Amadeus Mozart

Klavierkonzerte Nr. 17, G-Dur KV 453 und 20, d-Moll KV 466

Robert Levin, Academy of Ancient Music, Christopher Hogwood

L'Oiseau-Lyre/Decca/Universal 455 607-2
(60 Min., 8/1996) 1 CD

Zehn Jahre nach John Eliot Gardiners Pioniertat der ersten Gesamtedition der Klavierkonzerte Mozarts auf Originalinstrumenten (mit dem Solisten Malcolm Bilson) greift auch sein Konkurrent Christopher Hogwood nach diesen Sternen des Konzertrepertoires und hat für die nun vorgelegte vierte Folge des Projekts mit den populären Köchel-Nummern 453 und 466 wieder den allseits begehrten amerikanischen Fortepiano-Spezialisten Robert Levin verpflichtet.
Levin hat das Zeug zu einem absoluten Szene-Star, denn er beherrscht sein von Derek Adlam (nach Mozarts Walter-Flügel) gebautes Instrument so souverän, so stilsicher und virtuos, daß auch die wenigen übriggebliebenen Originalklang-Skeptiker ihren Widerstand jetzt aufgeben dürften. Auch Hogwoods Academy of Ancient Music, mittlerweile in ihrer 25. Saison, kann inzwischen eine hohe Spielkultur und eine fantastische Intonationssicherheit vorweisen und geht so beredt, gestenreich und empfindsam zu Werke, daß die Überlegenheit der “historischen Methode” nun auch im Falle von Mozarts Konzerten gesichert scheint.
Und das schönste sind Levins geschmackssichere, kluge, von improvisatorischer Frische durchwirkten Kadenzen, die der wunderbar atmosphärischen, klangschönen und suggestiven Veranstaltung das entscheidende Quantum an Spannung, Lebendigkeit und Gegenwartsbezug hinzufügen.

Attila Csampai, 31.05.1997



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