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Money Jungle – Provocative In Blue

Terri Lyne Carrington

Concord/in-akustik CJA-08434026
(62 Min.)

Vor gut fünfzig Jahren ging Duke Ellington mit dem Bassisten Charles Mingus und dem Schlagzeuger Max Roach zu Trio-Aufnahmen ins Studio. Mingus, der Ellington-Bewunderer, und Roach, der Pionier rhythmischer Klangmelodik, hatten sich zu der Zeit bereits musikalisch im Dienst der Bürgerrechtsbewegung positioniert. Mit ihnen wollte der Grandseigneur des Jazz nun sein eigenes Zeugnis ablegen. Kraftvolle, mitunter krude offene Bluesmotive, die der Duke eigens für diese Session geschrieben hatte, schienen die Dämonen des Mammons zu beschwören. Das Album wurde Kult.
Jetzt spürt die 47-jährige Schlagzeugerin und Komponistin Terri Lyne Carrington mit einem Basis-Trio aus Bassist Christian McBride und Pianist Gerald Clayton der Faszination nach, die dieses Album über Jahre auf sie ausübte. Eingebettet in Carringtons sehr gegenwärtigen Arrangements und ihrem Spiel, das um modernste Tendenzen weiß, erfährt der Money Jungle eine Metamorphose. Dukes kraftvolle Akkorde haben sich bei Clayton zu aktueller, fließender Spielweise gerundet. Immer wieder sind illustre Gäste mit von der Partie, wie etwa Trompeter und Sänger Clark Terry, Posaunist Robin Eubanks, oder die Sängerin Lizz Wright. Das Programm wird um vier Carrington-Originals erweitert. Nonchalant begibt sich die Musik auch in ambienthafte Gefilde, und verschiedentlich sorgen Audioclips zum Money-Thema für Zeitgeistiges; Martin Luther King, Hillary Clinton und Obama meint man zu erkennen. So ist dieser Cover-Tribute verstörend disparat und entwickelt doch eine betörende Faszination.

Thomas Fitterling, 22.06.2013



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