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Paul Hindemith

Violinkonzert, Violinsonaten

Frank Peter Zimmermann, Enrico Pace, hr-Sinfonieorchester, Paavo Järvi

BIS/Klassik Center BISSACD 2024
(68 Min., 9/2009, 5/2012) SACD

Erst im Mai stand Frank Peter Zimmermann wieder mit dem Violinkonzert von Paul Hindemith auf dem Konzertpodium. Und zusammen mit dem Symphonieorchester des BR unter Esa-Pekka Salonen untermauerte er seinen Ruf als Hindemith-Instanz. Denn keiner bekommt dieses komplexen wie hochgradig schweren Stück mit einer solchen Selbstverständlichkeit, gar schon aufreizend lässigen Mühelosigkeit zu packen wie er. Dass Zimmermann Hindemith nicht nur liebt und verehrt, sondern ihn lebt – das hörte man ihm an. Daher war auch eine Einspielung dieser Kombination geradezu überfällig. Und das hr-Sinfonieorchester unter Leitung von Paavo Järvi steht der Leistung der bayrischen Kollegen in nichts nach, was die spannungsgeladenen Tutti-Schichtungen, das prachtvolle Kolorit und die burleske, fast an Prokofjew erinnernde Rhythmik angeht.
Lässt Zimmermann seiner Hindemith-Begeisterung im Fall des 1939 geschriebenen Violinkonzerts schlichtweg imponierend freien Lauf, kann er sich in den drei Sonaten für Violine und Klavier sowie der Sonate für Violine solo noch viel mehr als Ausdrucksmusiker auszeichnen. Gerade zusammen mit seinem langjährigen Klavierpartner Enrico Pace holt er in den zwischen gezackter Expressivität und trügerischer Neo-Romantik pendelnden Bekenntniswerken alles raus – mit Verve, Spontaneität und der nötigen Beredtheit im Detail. Wer bislang nicht gemerkt hat, dass 2013 auch Hindemith-Jahr ist (er ist vor 50 Jahren verstorben) – jetzt kann er es nicht mehr überhören.

Guido Fischer, 06.07.2013



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