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Way Down Low

Kat Edmonson

Okeh/Sony Classical 88883723912
(59 Min.)

Kat Edmonson ist das beste Beispiel dafür, dass der Auftritt in einer Casting-Show nicht zwangsläufig in der Bedeutungslosigkeit von Autohäusern enden muss. Die Texanerin, die 2002 Teil der zweiten Staffel von „American Idol“ war, hat wahrhaft gute Fans: Für ihr zweites, via Crowdfunding finanziertes Album konnte die junge Vokalistin und Liedschreiberin als Berater den mittlerweile verstorbenen Produzenten-Riesen Phil Ramone, als Toningenieur den legendären Al Schmitt sowie als Duettpartner das Country-Unikum Lyle Lovett gewinnen.
Die prominente Unterstützung hört man der Aufnahme mit ihren durchweg feinsinnig gesponnenen Arrangements, wo mal eine Streicher-Linie oder ein Vibrafon-Einsatz zu vernehmen ist, deutlich an. Ein Retro-Background, der perfekt zu Edmonsons Stimme passt. Mal erinnert sie in ihrer mädchenhaften Kratzbürstigkeit an Blossom Dearie (etwa in der Bossa-Nummer „What Else Can I Do“), mal in ihrer Koketterie an Marilyn Monroe (in der aufgedrehten Swing-Parodie „Champagne“) und zuweilen auch in ihrer erhabenen Lebensmüdigkeit an Billie Holiday (im Bonus-Track, Gershwins „'S Wonderful“).
Dass Edmonson, die munter zwischen den Stilen, zwischen 60ies-Pop, Latin und Tom-Waits'schem Jahrmarktswalzer hin- und herwechselt, irgendwie aus der Zeit gefallen zu sein scheint, zeigt sich am schönsten in ihrer Version des Beach-Boys-Songs „I Wasn't Made For These Times“. Es bricht einem schier das Herz, wie die Sängerin da zum Schluss die Zeilen „Sometimes I feel very sad“ aus den tiefsten Kellern ihrer Seele hervorholt. So etwas lernt man nicht bei Dieter Bohlen & Co.

Josef Engels, 31.08.2013



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