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All Your Life

Al Di Meola

In-akustik/in-akustik 0169128
(55 Min., 5 & 11 2012, 2/2013)

Den Zeitgeist der 1960er prägten vor allem Folksänger, Liedermacher und die Beatles. Al Di Meola, inzwischen 59, erinnert sich nun an jene seligen Zeiten. Nein, nicht als Elektriker, sondern im Playback mit mehreren akustischen Gitarren, Händeklatschen und – in „Eleanor Rigby“ – den anscheinend unvermeidlichen Streichern. Er holt die Melodien klar und rein in den Vordergrund, er überdeckt sie mit Ornamenten, er überträgt die Elektroniksounds von „I Am The Walrus“, die Schwebeatmosphäre von „A Day In The Life“ oder den Drehorgel- und Zirkusklang von „Being For The Benefit Of Mr. Kite“ geschickt auf die akustischen Instrumente und wird mit „Michelle“ herrlich verträumt – und das alles mit warmem, transparentem Ton, der nah und intim wirkt und andererseits den Hörern doch die Nebengeräusche auf den Saiten kratzender Finger weitgehend vermeidet.
Dabei zog es ihn in die Londoner Abbey Road Studios, in denen die Fab Four einst bahnbrechende Alben wie „Sgt. Pepper“ aufgenommen hatten. Zudem verzichtete er auf die Digitaltechnik und ließ sich auf die Aufzeichnung mit einer Achtspur-Analogmaschine ein – in den 1960ern war dies die modernste Aufnahmetechnik. Insgesamt vierzehn Songs hat er für die drei Sessions im Mai und November 2012 sowie im Februar 2013 ausgewählt, darunter auch „Penny Lane“, „And I Love Her“, „I Will“ und „With A Little Help From My Friends“. So komplex und spieltechnisch anspruchsvoll die Arrangements auch sein mögen, schafft Di Meola mit diesem „Tribute To The Beatles“ das Kunststück, seine Interpretationen federleicht und wie selbstverständlich wirken zu lassen. John Lennon und Paul McCartney haben mit ihren Songs Maßstäbe für die damalige Beat- und Rockmusik gesetzt. Al Di Meola hat nun einzigartige Bearbeitungen geschaffen, die diesen Originalen gerecht werden und doch sehr viel von seinem Personalstil enthalten: Meisterwerke, abgeleitet aus Meisterwerken eben.

Werner Stiefele, 14.09.2013



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