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Berlioz, De Falla, Wagner, Strauss, Delibes u.a.

Guilty Pleasures

Renée Fleming, Philharmonia Orchestra, Sebastian Lang-Lessing

Decca/Universal 478 5107
(63 Min., 8/2012)

Sündige Vergnügungen verspricht uns Renée Fleming mit ihrem neuesten Recital: verführerische Köstlichkeiten, die man sich eigentlich nur wohldosiert – wie einen Nachtisch – gönnen und nicht als Hauptgericht verspeisen sollte. Flemings Raffinesse und Geschmack sorgen allerdings dafür, dass man sich an ihrer edlen Sahnenougat-Stimme nicht überisst – obwohl man von dieser kostbaren Ausnahmeingredienz ohnehin nicht genug bekommen kann. Und die Amerikanerin hat hier wirklich nichts ausgelassen, präsentiert Lieder und Arien in acht Sprachen, mit der zeitlichen Eingrenzung zwischen Mitte des 19. und Mitte des 20. Jahrhunderts als einzigem verbindenden Element.
Die Auswahl reicht von Duparcs "Phidylé" und zwei der "Chants d'Auvergne" über die Arien der Titelheldinnen aus Tschaikowskis "Undine" und Dvořáks "Armida" bis zu Marie Antoinettes Finalszene aus "The Ghosts Of Versailles" von Corigliano und "Träume", dem letzten der "Wesendonck-Lieder". Eine zusätzliche Geschmacksnote steuert Susan Graham bei, die sich im "Lakmé"-Blumenduett hinzugesellt. Eine üppige Dessertplatte also, sehr ansprechend zusammengestellt und dargeboten, weshalb man sich immer noch ein Praliné, noch ein Petit Four nimmt und mit einem Mal überrascht und traurig feststellt, dass man schon beim letzten angelangt ist. Und weil das "Danny Boy" ist, hat man doppelt Grund, zum Taschentuch zu greifen.

Michael Blümke, 28.09.2013



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