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Dance Around In Your Bones

Michael Jaeger Kerouac

Intact/harmonia mundi INT 219
(51 Min., 2/2013)

Der launige Name „Kerouac“ steht hier für „Quartett“ bzw. – auch allein gebraucht – für die Band des Tenorsaxofonisten und Klarinettisten Michael Jaeger überhaupt. Dabei geht der markante Name nur mittelbar auf den berühmten Beatnik-Autor zurück, der ursprüngliche Bezug ist eine Dizzy-Gillespie-Komposition aus dem Jahr 1941 gleichen Namens. Schon diese Namens-Volte zeigt, dass da ein Ensemble mit Hintersinn am Werke ist. Ältere Hörer wird dieses Schweizer Quartett, zu dem noch der Pianist Vincent Membrez, der Kontrabassist Luca Sisera und der Schlagzeuger Norbert Pfammatter gehören, an das Trio Third Kind of Blue erinnern, die Combo, die so faszinierend locker Groove und New Jazz in den achtziger Jahren verband; gleichberechtigt mischten Saxofonist/Klarinettist/Flötist John Purcell und seine Mitstreiter damals mit ansteckender Spiellust die Genres auf.
In der Tat hat Kerouac, obschon ein Quartett, etwas von der Transparenz und heiteren Coolness von Third Kind. Dieser Kerouac ist unterwegs auf einer Straße der Überraschungen. Die führt vom mächtig Laune machenden Titelstück mit dem afrikanischen Groove über Anklänge an den späten, hymnischen Coltrane, über freie Abstraktionen und Road Stop, dunkel sinnierende Balladen-Reflexionen und über offenkundigen Humor letztlich in Gefilde, die denen des Ausgangs sehr ähneln. Der mitreisende Zuhörer ist immer wieder betört von der Innigkeit des Klaviers, der Frische der Bläsermelodien und der kongenial komplementären Unterfütterung durch Bass und Schlagzeug.

Thomas Fitterling, 26.10.2013



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