Responsive image
Ludwig van Beethoven

Die Klavierkonzerte

Rudolf Buchbinder, Wiener Philharmoniker

Sony 88883757532
(171 Min., 5/2011) 3 CDs

Im Juni 2003 legte er im Wiener Konzerthaus einen beispiellosen Husarenritt hin. Damals nämlich spielte Rudolf Buchbinder alle fünf Beethoven-Konzerte an einem einzigen Tag: um 11 Uhr die Konzerte 2 - 4, am Nachmittag dann das erste und fünfte. Damit verglichen hat er dieses Unterfangen acht Jahre später im Musikverein geradezu in die Länge gezogen. Die Aufteilung ist die gleiche geblieben, nur hat er sich im Mai 2011 zwischen den beiden Blöcken eine Nacht gegönnt. Der Mitschnitt dieser Konzerte wurde kurz darauf auf DVD und Blu-ray veröffentlicht, jetzt endlich ist er auch auf 3 CDs erhältlich. Und die sollte sich jeder Klavierfan schleunigst besorgen.
Im Verbund mit den Wiener Philharmonikern, die hier – bei diesem Orchester keineswegs selbstverständlich! – mit deutlich hörbarer Lust und Hingabe agieren, zeigt Buchbinder ein mitreißend spontanes, spannungsvolles, dabei höchst konzentriertes Spiel. Gleichzeitig gelingt den Musikern eine kammermusikalische Feinabstimmung, wie sie oft trotz Dirigent nicht erreicht wird. Dabei spielt Buchbinder einfach nur, was in den Noten steht. Was natürlich alles andere als einfach ist. Doch auch mit Mitte 60 muss er keinerlei Abstriche machen, manuell steht ihm nach wie vor alles zu Gebote und seine Technik ist ohnehin legendär. Dieser Mann schafft es, dass man selbst als 'Berufshörer' in sattsam bekannten Standardwerken fasziniert Neues entdeckt. Und obwohl es sich 'nur' um eine Momentaufnahme handelt, darf dieses interpretatorische Polaroid bleibende Gültigkeit beanspruchen. Viel besser kann Klavierspiel nicht sein!

Michael Blümke, 02.11.2013



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Beutezüge im Barock: Manche Solisten haben das Pech, dass die größten Komponisten gerade für ihr Instrument kein Konzert geschrieben haben. Keine Trompete bei Mozart, keine Flöte bei Bach und überhaupt keine Konzerte von Schubert. Und obwohl Antonio Vivaldi dank seiner versatilen Schülerinnen in der Pietà für fast jedes erdenkliche Instrument und jede Kombination Concerti in Fülle entworfen hat – allein 39 für’s Fagott, nur seine eigene Violine hat mehr bekommen – gibt es […] mehr »


Top