Responsive image
Giovanni Battista Pergolesi

Stabat Mater, Laudate pueri, Confitebor

Julia Lezhneva, Philippe Jaroussky, Chor des Schweizer Rundfunks, I Barocchisti, Diego Fasolis

Erato/Warner 509993191472
(71 Min., 3/2012)

Nein, an Einspielungen von Pergolesis "Stabat Mater" besteht kein Mangel. Auch nicht an sehr guten. Allein zum 300. Geburtstag des Komponisten 2010 sind mit Fink/Prohaska, Mingardo/Harnisch und Pizzolato/Netrebko drei hochkarätige Aufnahmen erschienen. Jetzt schickt Erato seinen Starcounter Philippe Jaroussky an den Start und hat zur Unterstützung sogar Sopransweetie Julia Lezhneva von der Decca freibekommen. Und diese zwei Stimmen harmonieren, wie man es in diesem Maß selten hört. Jarousskys trotz minimaler Einschränkungen nach wie vor betörende Schwerelosigkeit und Lezhnevas engelsgleiche Töne, die in reizvollem Kontrast zu ihrem leicht dunkel gefärbten Timbre stehen, lassen auch den stärksten Atheisten auf die Knie sinken.
I Barocchisti gehen deutlich expressiver zur Sache als die Solisten, die aber keineswegs auf Textausdeutung verzichten, nur übertheatralisieren sie nicht. Und ja, letztendlich ist ihnen der (schier unfassbar) schöne Ton dann doch wichtiger, was zu einer transzendenten Klangschönheit führt und den Hörer selig in höhere Gefilde entschweben lässt. Dieses Phänomen stellt sich auch bei den beiden anderen Werken auf dieser CD ein, für die sich der Coro della Radiotelevisione Svizzera zu Jaroussky und Lezhneva gesellt. Neben dem "Laudate pueri" bekommt man auch das selten zu hörende "Confitebor" in einer absolut himmlischen Interpretation geboten. Diese Scheibe MUSS also ganz einfach unter den Weihnachtsbaum! Obwohl man eigentlich niemanden so lange warten lassen sollte, sie genießen zu dürfen …

Michael Blümke, 09.11.2013



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Am seidenen Faden: Das hatte sich die kretische Königstochter sicher anders vorgestellt. Der schneidige Athener Prinz Theseus, mit dem sie von Zuhause ausgebüchst war, lässt sie auf der erstbesten der zahlreichen griechischen Inseln schlafend am Strand liegen und sticht in See. Dabei hatte sie ihm das Eheversprechen abgeluchst, bevor sie ihm im Gegenzug aus dem Labyrinth des Minotaurus heraushalf – mithilfe eines einfachen Fadens, den dieser beim Gang ins Innere abspulte und beim Weg zum […] mehr »


Top