Responsive image
Wolfgang Amadeus Mozart

Klavierkonzerte Nr. 18 B-Dur KV 456, Nr. 20 d-Moll KV 466

Matthias Kirschnereit, Bamberger Symphoniker, Frank Beermann

Arte Nova/BMG 74321 80784 2
(60 Min., 6/2000) 1 CD

Im vergangenen Jahr hat Matthias Kirschnereit damit begonnen, für Arte Nova Mozarts Klavierkonzerte aufzunehmen, und die erste Folge ließ nur den Wunsch offen, sich doch bitte schön einmal den größeren Geschwistern aus Mozarts ungleich gewichtigem Konzertschaffen zu widmen. Kirschnereits angenehmer Musizierstil machte einfach Lust darauf. Jetzt kommt er diesem Wunsch nach. Das d-Moll-Konzert präsentiert sich mit zupackendem, aber trotzdem federndem Orchesterklang. Kirschnereit beherrscht wunderbar den Kontrast von auffahrendem "Sturm und Drang" und träumerischer Melancholie, der in diesem Werk eine so große Rolle spielt.
Beethoven war ein großer Verehrer (und Interpret) dieses Konzerts, und er hat dafür hervorragende Kadenzen geschrieben - gewissermaßen Fantasien über Mozart. Kirschnereits Interpretation dieser Strecken lässt aufhorchen; man hat den Eindruck, dass er sich geradezu auf diese dramaturgisch spitzfindigen Momente gestürzt hat, in denen Beethoven den Mozart-Hörer systematisch in die Irre führt.
Auch im B-Dur-Konzert, in dem es erneut um reiz- und kunstvoll eingetrübte und problematisierte scheinbare Einfachheit geht, lösen Solist, Orchester und Dirigent den Qualitätsanspruch dieser Konzertserie ein. Ich bin auf die nächsten Folgen gespannt - und würde (ein neuer Wunsch) Kirschnereit gerne einmal mit einem Beethoven-Konzert hören.

Oliver Buslau, 25.01.2001



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Alterslos: Der junge Violinist Théotime Langlois de Swarte hatte nach seinem Vorspiel für eine Stelle in William Christies berühmten „Les Arts Florissants“ mit Vorurteilen zu kämpfen. Kann ein Violinist, der ebenso brillant Schostakowitsch interpretiert wie barocke Sonaten, der Richtige sein für diese Elitevereinigung von Puristen? Er kann – denn wie Williams im Interview auch zugibt, war er schon beim ersten Spiel gefangen genommen von der spürbaren Leidenschaft de Swartes für die […] mehr »


Top