Responsive image

Ella and Louis

Ella Fitzgerald, Louis Armstrong

Verve/Universal 5345886
(53 Min., 8/1956) LP + Download

Mit der historischen Begegnung von Fitzgerald und Armstrong, den damals größten Singstimmen im Jazz, stellt Universal seine Back To Black-Verve Edition vor. Ergänzt wird die Vorstellung mit einem Bossa Nova Big-Band-Album von Stan Getz. Es handelt sich bei der Edition um Wiederveröffentlichungen von Verve-Klassikern auf 180g Vinyl. Dazu wurden die Aufnahmen eigens in den Londoner Abbey Road Studios neu abgemischt. Damit die guten Stücke aber nicht durch schnöden Alltagsgebrauch Schaden nehmen bzw. die Musik im Alltag auch mobil zur Verfügung stehen kann, ist jedem Album ein Gutschein für einen MP3 Download beigefügt. Es ließe sich nun trefflich über die Entwicklungssprünge zur digitalen Cloud und zurück zum haptischen Zelebrieren analogen Musikgenusses sinnieren, gewissermaßen als Abhandlung über das Prinzip Manufactum im Tonträger-Marketing. Doch es soll um die Musik gehen, mit der Fitzgerald und Armstrong hier großartig aufwarten.
Keine Dixieländlerei trübt den Genuss. Mit geschmacksicherer Eleganz begleitet das Oscar Peterson-Trio mit Herb Ellis an der Gitarre, Ray Brown am Bass und erweitert um Drummer Buddy Rich diskret die Superstars in einem Programm aus lässig swingenden Perlen des American Songbooks. Ganz ohne aufgesetzte Effekte, fast ohne Scatting geben Ella und Louis eine Masterclass in sanglicher Jazzphrasierung. Armstrongs Trompetenbeiträge – ob solistisch oder als Begleiter – sind Sahnehäubchen auf einer großartigen Performance.
Den Stan Getz Big-Band-Einspielungen haftet in den Arrangements von Gary McFarland leider etwas Bemühtes um Erfolgsfortschreibung und -vergrößerung der ursprünglichen so charmanten Bossa-Nova-Combo-Aufnahmen von Getz an (Stan Getz, Big Band Bossa Nova, Verve/Universal 0600753458907). Doch so oder so macht diese erste Tranche von Back To Black Lust auf mehr.

Thomas Fitterling, 21.12.2013



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Den Dreh raus: Zu den Instrumenten, die im Laufe des 19. Jahrhunderts von der Bildfläche verschwinden, gehört die Drehleier. Mit ihrem Nachhall in den hohlen Winter-Quinten in Schuberts „Leiermann“ verabschiedet sie sich aus der Musikgeschichte. Dabei erfreute sie sich, als erstes Instrument, dass Saiten und Tastatur miteinander verband, das ganze Mittelalter hindurch noch eines hohen Ansehens, bevor sie zum Instrument der Bettler und fahrenden Musiker wurde. Den Höhepunkt ihrer […] mehr »


Top