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N° 1260
02. - 08.07.2022

nächste Aktualisierung
am 09.07.2022



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Hugo Schuncke, Johann Christoph Schuncke, Herrmann Schuncke

Concertante, Concertino, Sinfonia

Pavel Baleff, Philharmonie Baden-Baden, Yashui Ideue, David Pia, Robert Langbein

Genuin/Note 1 GEN13280
(63 Min., 6/2012)

Die eigentliche Überraschung kommt ganz zum Schluss dieser Einspielung, im Finalsatz einer bisher völlig unbekannten B-Dur-Sinfonie. Sie stammt aus der Feder von Herrmann Schuncke, der Beethoven mehr als nur ehrfürchtig bewundert hatte. Immerhin ließ es sich Schuncke nicht nehmen, ihm gleich ein klingendes Denkmal zu bauen – aus Zitaten aus dem Eröffnungssatz von Beethovens 7. Sinfonie. Doch wenngleich Schunckes kontrapunktische Verarbeitung anno 1850 leicht von gestern gewirkt haben musste, lohnt sich die Erstbegegnung nicht nur mit dieser viersätzigen Sinfonia allemal. Denn alle drei Orchesterwerke, die die Philharmonie Baden-Baden unter der Leitung von Pavel Baleff jetzt mit spielfreudiger Kompetenz weltersteingespielt hat, werfen einen Blick auf einen in Vergessenheit geratenen Musiker-Clan. 25 Berufsmusiker umfasst die aus Thüringen stammende Schuncke-Familie. Und viele von ihnen waren wie der Urvater Johann Gottfried Schuncke nicht nur erstklassige Hornisten, sondern kannten sich auch in der Backstube gut aus.
Mit Johann Christoph (1791 - 1856), Herrmann (1825 - 1898) sowie Hugo Schuncke (1823 - 1909) hat man nun Komponisten aus der zweiten und dritten Generation ausgewählt. Und gleich das die CD eröffnende Concertante lässt einen doppelt die Ohren spitzen. Gekonnt griff 1840 der gerade erst einmal 17-jährige Hugo in die frühromantischen Vollen, mit Anlehnungen besonders an Carl Maria von Weber. Zugleich war er von der Besetzung her mit diesem Konzert seiner Zeit ziemlich weit voraus. Denn ein Konzert für Violine und Violoncello sollte erst wieder ein Johannes Brahms schreiben. Zeichnen Tonschönheit, Frische und Eleganz das Spiel von Yashui Ideue (Violine) und David Pia (Violoncello) aus, so legt Hornist Robert Langbein in dem Concertino (1832) von Johann Christoph gekonnt mehr als nur eine virtuose Schippe drauf. Und selbst wenn sich keine weiteren Werke von diesem Schuncke auffinden lassen sollten, so hat er sich doch mit diesem romantischen Horn-Konzert glänzend in Erinnerung gerufen.

Guido Fischer, 04.01.2014



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