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Wolfgang Amadeus Mozart

Adagio und Fuge KV 546, Divertimento für Streichtrio Es-Dur KV 563

Gidon Kremer, Daniel Philips, Kim Kashkashian, Yo-Yo Ma

Music For You/Sony SMK 89616
(56 Min., 1985, 3/1984) 1 CD

Das Cover-Foto zeigt staubtrockene Spuren durch die Wüste Nevadas, und das passt zum ersten Stück auf der CD: Mozarts "Adagio und Fuge" für Streicher ist eines der Werke, in denen der sonst so vitale Klassik-Meister ziemlich angestrengt sein wahres Gesicht verbirgt – und zwar hinter einer Maske aus strenger Barock-Konstruktion. Es gibt gelungene Versuche, auch in dieser Partitur echten Mozart aufzuspüren, doch diese Aufnahme gehört nicht dazu.
Jeder der Musiker hat seine Verdienste als Solist, aber gemeinsam sind sie nur vier Meister, die sich mal zur gemeinsamen Kammermusik getroffen haben – das Ergebnis ist ein durchschnittlicher Gelegenheitsauftritt: Die kantige Fuge klingt pauschal und sperrig, der Sinn für den großen Bogen fehlt.
Offensichtlich hat das erste Werk auf der CD, dessen genaues Aufnahmedatum in den Sony-Archiven verloren gegangen zu sein scheint, nur als Füller gedient, denn mit dem Beginn des Divertimentos ändert sich das Bild in mehrfacher Hinsicht: Zum einen hört man überdeutlich, dass das Trio mit dem Geiger Gidon Kremer den Saal und die gesamte Technik gewechselt hat - das Klangbild ist brillanter, die Instrumente erscheinen näher.
Zum anderen können die Musiker mit dem Stück mehr anfangen. Das einerseits lichte, andererseits ernste Werke ist eine echte Entdeckung. Wie in den Bläser-Gegenstücken überwindet Mozart die Grenze von der unterhaltenden Gattung zur ernsten Kammermusik. Selbst der Kenner kann hier noch einen kaum bekannten Adagio-Satz aufspüren.

Oliver Buslau, 03.05.2001



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