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Jörg Widmann, Peter Ruzicka, Beat Furrer, Mauricio Kagel

Armonica

hr-Sinfonieorchester, Paavo Järvi

Pan Classics/Note 1 PC 10290
(67 Min., 2008 - 2012)

Es ist für beide Seiten ein Verlust, dass Paavo Järvi nicht länger Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters ist, auch wenn er nach seinem Abschied im vergangenen Sommer mit Beginn dieser Saison in die Position eines Conductor Laureate geschlüpft ist. Im Laufe seiner sieben Jahre an der Spitze des Orchesters hat der Este immer wieder auch zeitgenössische Werke aufs Programm gesetzt und damit eine Tradition fortgeführt, die schon der erste künstlerische Leiter, Hans Rosbaud, begründete.
Auf "Armonica" präsentiert das hr-Sinfonieorchester neben der "Étude Nr. 3" von Mauricio Kagel (einem sehr kurzweiligen, unterhaltsamen Stück) und Beat Furrers "Chiaroscuro" vier Kompositionen aus dem letzten Jahrzehnt, darunter zwei – Paavo Järvi gewidmete – Auftragswerke des Hessischen Rundfunks, deren Uraufführungen hier mitgeschnitten sind.
Mit "Antiphon" legte Jörg Widmann den Frankfurtern 2008 ein über 20-minütiges Opus für Orchestergruppen aufs Pult. Eigentlich müsste man von Orchesterchören sprechen, denn analog zum Titel findet hier ein echter Wechselgesang der Instrumentengruppen statt, der sich von der anfänglichen Einstimmigkeit zur Mehrstimmigkeit steigert. Die zweite hier zu hörende Uraufführung liegt gerade erst 1 ½ Jahre zurück und lässt Peter Ruzickas "Clouds" sich klangsinnlich zu immer intensiverem Regen verdichten, bevor sich der Schauer in einem kurzen Unwetter entlädt.
Hört man die Souveränität und Prägnanz, mit der das hr-Sinfonieorchester unter Paavo Järvi diese ergiebigen und lohnenden neuen Kompositionen angeht, ist man froh, dass die Zusammenarbeit zumindest in reduzierter Form (und auch auf CD) weitergeht.

Michael Blümke, 11.01.2014



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