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N° 1273
01. - 07.10.2022

nächste Aktualisierung
am 08.10.2022



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Souls

Magnus Lindgren

Content/Edel 0209026CTT
(45 Min.)

Seine Arrangements für die Bohuslän Big Band und das Wermland Opera Orchestra brachten Magnus Lindgren in seiner Heimat den Ruf ein, die „schwedische Antwort auf Quincy Jones“ zu sein. Offenbar ist etwas dran – Jones höchstpersönlich attestierte dem durch seine Zusammenarbeit mit Nils Landgren und Till Brönner bekannt gewordenen Saxofonisten und Flötisten anschließend, dass die Zukunft des Jazz in seinen Händen liege.
Mit seiner Einspielung „Souls“ zielt Lindgren allerdings deutlich in Richtung Pop – und das mit einer internationalen Sänger-Gästeschar, die durchaus etwas von Quincy Jones' „We Are The World“-Produktion hat: Neben Gregory Porter gaben sich unter der Aufsicht des Sting-Bassisten Ira Coleman der „Matt Bianco“-Frontmann Mark Reilly, „Roxette“-Stimme Marie Fredriksson, die brasilianische Legende Ivan Lins sowie die Schwedinnen Rigmor Gustafsson und Anna Christoffersson im New Yorker Studio das Mikrofon in die Hand.
Heraus gekommen ist dabei eine an den Ecken recht glatt geschliffene Ansammlung von Pop-Soul-Nummern aus der Feder Lindgrens im 70ies-Retro-Gewand mit viel akustischer Gitarre und Fender Rhodes, die zuweilen an die Kollaboration von Grover Washington Jr. mit Bill Withers denken lässt. Es sind die Details, die aufhorchen lassen: hier ein mit Stimme gedoppeltes Saxofon-Solo (so im Ohrwurm „Change All The Time“), da ein markantes Unisono von Bass und E-Piano – und vor allem immer wieder Rhani Krijas Percussion, die ein herkömmliches Schlagzeug ersetzt und den Stücken öfters eine unerwartete rhythmische Hintergrundfärbung verleiht.
Höhepunkt der Aufnahme ist freilich ein Stück ohne Gesang: Lindgrens ausgesprochen fein gesetzte Bearbeitung des Stevie-Wonder-Stücks „Creepin'“, in der sich der Schwede an Flöten, Klarinetten und Tenorsax als One-Man-Blasorchester betätigt. Das dürfte auch Quincy Jones beeindrucken.

Josef Engels, 11.01.2014



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