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N° 1223
16. - 22.10.2021

nächste Aktualisierung
am 23.10.2021



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Wolfgang Amadeus Mozart

Klarinettenquintett A-Dur KV 581, Streichquartett d-Moll KV 421

Arcanto Quartett, Jörg Widmann

harmonia mundi HMC 902168
(59 Min., 1/2013)

Mit Freundschaften soll man ja eigentlich nicht hausieren gehen. Aber in diesem Fall ist das Stichwort „Freundschaft in der Musik“, das werbend auf dem Cover prangt, durchaus treffend gewählt. Nicht nur, weil Mozarts Klarinettenquintett Produkt seiner Freundschaft mit dem Klarinettisten Anton Stadler war, sondern mehr noch, weil sich mit Jörg Widmann und den Mitgliedern des Arcanto Quartetts hier Musiker zusammengefunden haben, die auch ein überaus erfolgreiches Leben als Solisten außerhalb der Kammermusiker führen. Und wie bei guten Freundschaften kann auch bei der Kammermusik aus einer Mischung aus entspannter Freiwilligkeit der Begegnung und gegenseitigem neugierigen Respekt ein Geist entstehen, der sich in festeren, institutionalisierten Formationen nicht so leicht aufrechterhalten lässt.
Bei Widmann, Antje Weithaas, Daniel Sepec, Tabea Zimmermann und Jean-Guihen Queyras möchte man diesen Geist vor allem in der Abwesenheit alles Übertonten festmachen. Scheinen insbesondere junge Vollzeit-Kammermusikensembles bisweilen unter dem Druck zu stehen, jedem Werk ihr eigenes wiedererkennbares Profil aufzudrücken, glaubt man diesen fünf Musikern, dass es ihnen darum geht, zunächst einmal einander und Mozart zuzuhören. Bei größter Klarheit und Transparenz des Zusammenspiels entsteht dabei eine ebenso glaubwürdige wie berührende Balance zwischen dem äußerst klar und ausgeglichen intonierenden, aber dabei im Charakter tendenziell objektivierend gestaltenden Klarinettisten und den etwas stärker von der bunteren Farbgebung und plastischeren Artikulation der historischen Aufführungspraxis beeinflussten Streichern. Die ruhige, fast zeitlose Schönheit der Interpretation ist einnehmend genug, dass selbst ein Hörer, der das Andante des folgenden Quartetts einen Hauch zu zurückhaltend phrasiert findet, den Musikern bereits wie einem richtig guten Freund verzeihen kann.

Carsten Niemann, 18.01.2014



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