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Antonio Vivaldi

Concerti per due violini e archi RV 523, 510, 509, 517, 515, 508 (Vol. 1)

Riccardo Minasi, Dmitry Sinkovsky, Il Pomo d'Oro

Naïve/Indigo 983912
(54 Min., 1/2013)

An Konzerten für Violine und Orchester gibt es bekanntlich keinen Mangel im Werke von Antonio Vivaldi – eher im Gegenteil. Ein bisschen anders sieht es da schon mit den Konzerten für zwei solistische Violinen aus. Diese Werkgruppe, die nur etwas mehr als 20 Stücke umfasst, zeichnet sich dadurch aus, dass es sich meistens um recht reife und noch dazu technisch hoch anspruchsvolle Kompositionen mit einer großen Vielfalt von virtuosen Spieltechniken handelt.
Für das erste Volume mit sechs dieser Konzerte hat sich die famose Vivaldi-Edition des Istituto per i beni musicali in Piemonte zwei höchst interessante Solisten mit durchaus gegensätzlichem Charakter ausgesucht. Auf der einen Seite ist da Riccardo Minasi, dessen besondere Stärke im Entdecken von galanten und lyrischen Zwischentönen liegt, während der hoch energetische Dmitry Sinkovsky mit seiner Lust an Kontrastwirkungen das dramatische Element betont. Gemeinsam ist beiden jedoch, den Partner in Ton und Phrasierung nachahmen zu können – und gerade durch dieses beständigen Spiel zwischen Nachahmung und freundschaftlich wettstreitendem Widerspruch entsteht der große Reiz dieser Aufnahme. Lediglich was den Einfluss auf den Dritten im Bunde, nämlich das Orchester, betrifft, sind die Gewichte weniger fein austariert: Zumindest in den ersten drei Konzerten (RV 523, 510 und 509) scheint es, als würde sich Sinkovsky mit seiner problematischen Vorliebe für allzu harsche, aggressive Klangwirkungen einseitig durchsetzen.

Carsten Niemann, 01.02.2014



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