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Almah

Avishai Cohen

Parlophone/Warner 0825646396818
(44 Min., 6/2013 und 9/2012)

Er kann’s. Avishai Cohen, Kontrabassist, um die Jahrtausendwende Mitglied in Chick Coreas Origin, leitet seine Disc „Almah“ mit einem passabel arrangierten Streichquartett ein, und auch in den folgenden zehn Stücken gibt er den Streichern mehr zu tun als die meisten Jazzer, wenn sie für klassische Instrumentierungen komponieren. Cohen nimmt die Streicher ernst, lässt sie nicht nur flächig untermalen, sondern schreibt ihnen mehrschichtige Arrangements mit eigenständigen Melodieführungen. Dabei hat er die Standardbesetzung eines Streichquartetts geringfügig umgebaut: Anstatt der Klassik-üblichen zwei Geigen setzt er nur eine ein, und dafür schafft er mit zwei Bratschen ein zusätzliches, dunkleres Gewicht neben dem Cello. Yoram Lachish bringt mit Oboe und Englischhorn Bläseratem ins Geschehen, und Cohen selbst, der Schlagzeuger Ofri Nehemya und der Pianist Nitai Herskovits sorgen für ein dezent swingendes Grundfeeling.
Locker und unterhaltsam wirkt dieser Crossover, in vielem an Filmmusik erinnernd. Aber auch ein Hauch europäischer Sakralmusik, etwas Salonmusik des 19. Jahrhunderts und gelegentlich auch Anklänge an den jüdisch-arabischen Kulturkreis prägen die eingängigen Eigenkompositionen. Die meisten Themen stammen von Cohen, zwischendurch finden sich aber auch Stücke der libanesischen Sängerin Samira Tawfik, der israelischen Komponisten Moshe Vilenski und Ram Da Oz sowie eine berührende Coverversion von Thad Jones‘ Jazzklassiker „A Child Is Born“. Bei allen hat die Synthese aus Streichern und Jazz geklappt.

Werner Stiefele, 15.02.2014



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