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Together Again

George Mraz, Emil Viklický

ACT/Edel 1096222ACT
(52 Min., 1/2013)

Es ist etwas still um den 69-jährigen George Mraz geworden, der Ende der 60er Jahre als Jiří Mráz aus Prag nach München kam und als Kontrabassist ein glühender Fixstern am Firmament des klassischen Modern Jazz wurde. Nach dem sowjetischen Einmarsch in seine Heimat emigrierte er in die USA, perfektionierte seine Kunst am Berklee College und gehörte alsbald zu den gefragtesten Bassisten New Yorks. Ein klarer großer Ton, untrügliches Timing und die intelligente Flexibilität seiner Linien führten ihn an die Seite der ganz Großen. Einer von ihnen war der Pianist Tommy Flanagan, der stille Star klarer melodischer Linienführung der rechten Hand und raffinierter Akkord-Voicings in der linken. Fast zwangsläufig erscheint so die Zusammenarbeit von Mraz mit seinem vier Jahre jüngeren Landsmann Emil Viklický. Der fühlt sich dem Flanagan-Erbe besonders verpflichtet, studierte ebenfalls am Berklee College, ging aber wieder in die Heimat zurück, wo er zum Doyen des modernen Jazz wurde – und zu einem geachteten Opernkomponisten. Seine Stilistik verzichtet auf jegliche zurzeit so angesagte Schwelgerei, schließt aber eine gewisse Herzlichkeit, die böhmische Sanglichkeit und kräftige Farbtupfer blauer Noten verbindet, nicht aus. Auf dieser CD jedenfalls haben sich, nun von Siggi Loch höchstselbst produziert, die zwei verwandten Seelen im Duo getroffen. Voller Lust vereinen sie ganz natürlich europäisches Erbe und amerikanische Jazztradition. Großes Handwerk wird hier zu berührender Kunst.

Thomas Fitterling, 05.04.2014



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