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Giovanni Battista Fontana

Sonate a violino ed altri strumenti

Stradivaria, Daniel Cuiller

Mirare/harmonia mundi MIR 214
(51 Min., 11 & 12/2011)

Dass Giovanni Battista Fontana (ca. 1571 - 1630) im Vorwort zu seiner posthum erschienenen Sonatensammlung als einer der „einzigartigsten Virtuosen seines Zeitalters“ gerühmt wird, muss nicht viel bedeuten, denn man wusste schon im Frühbarock, was Marketing ist. Doch obwohl die Sammlung fast alles ist, was Fontana hinterließ, genügte sie, ihm einen bleibenden Ehrenplatz in der Musikgeschichte zu sichern: Die Stücke gehören zu den frühesten Zeugnissen einer völlig neuen, vom vokalen Denken befreiten Kompositionsweise. Sie sind virtuos und instrumental erfunden, wechselnd im Affekt und zunehmend auf einen akkordischen Generalbass bezogen. Den Zauber dieses Anfangs spürbar zu machen, ist jedoch nicht leicht: Die einfachen melodischen Grundformeln, auf denen die Musik aufgebaut ist, müssen mit ziselierten „Diminutionen“ in Einklang gebracht werden, und ihre zahlreichen Tempowechsel wollen gut motiviert sein.
Beides ist dem Ensemble Stradivaria gelungen. Das Formbewusstsein, das die Aufnahme besonders auszeichnet, zeigt sich schon in der symmetrischen Anordnung des Programms: Zwischen den Säulen der drei Sonaten für zwei Soloviolinen sind Solosonaten mit je einer Flöte bzw. Violine platziert. Für durchdachte Farbenwechsel ist auch im oft kontrapunktisch reich ausgeführten Continuo aus Cembalo, Orgel und Violone gesorgt. Als Violinist mag Daniel Cuiller etwas weniger Präsenz besitzen als John Holloway oder Monica Huggett, die ebenfalls sehr überzeugende Fontana-Aufnahmen vorgelegt haben. Doch im Gegensatz zu Huggett wirken die Einzelabschnitte bei Stradivaria stets auch metrisch aufeinander bezogen, wobei das farbige, differenzierte Ensemblespiel auch als Pluspunkt gegenüber dem solistischer, aber auch „hochbarocker“ denkenden Holloway gelten kann.

Carsten Niemann, 17.05.2014



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