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Little Secret

Nikki Yanofsky

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(37 Min.)

Wenigstens einen Jazz-Superlativ kann Nikki Yanofsky für sich schon jetzt beanspruchen: Sie ist die jüngste Künstlerin, die jemals für das Traditionslabel „Verve“ sang. 2007 war das, kurz nachdem die 12-jährige Miniaturausgabe von Ella Fitzgerald vor einem erstaunten Publikum ihren Durchbruch beim Jazzfestival in Montreal gefeiert hatte.
Während andere Wunderkind-Kolleginnen wie beispielsweise Jane Monheit dem Great American Songbook auf dem Weg zur Frauwerdung treu blieben, hat sich Yanofsky für einen deutlich weniger konservativen Weg entschieden. Auf ihrem Volljährigkeitsalbum „Little Secret“ gibt es keine aufseufzenden Geigen und sentimentalen Klavierläufe, sondern eine volle Ladung von dem, was derzeit unter dem Label „Electroswing“ firmiert.
Obwohl die Bässe tiefergelegt sind und die Big-Band-Arrangements manchmal etwas kirmesmäßig rumsen, vergisst Yanofsky nicht, wo sie herkommt. Das Titelstück „Little Secret“ etwa erweist sich als ein zeitgenössisches Update von Peggy Lees „Fever“, bei „Jeepers Creepers“ grüßt Louis Armstrongs Stimme aus dem digitalen Remix-Jenseits, und in der Eröffnungsnummer „Something New“ zitiert das neckisch scattende Blue-Eyed-Soul-Fräulein gleich zwei Klassiker: Herbie Hancocks „Watermelon Man“ sowie Quincy Jones’ „Soul Bossa Nova“. Letzteres überrascht nicht – schließlich firmierte Jones bei „Little Secret“ als ausführender Produzent.
Im (Pop-)Neuen das (Jazz-)Alte entdecken: Das gelingt dem 81-Jährigen und seinem 20-jährigen Schützling hier auf verhältnismäßig unhysterisch unterhaltsame Weise.

Josef Engels, 17.05.2014



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