Responsive image
Antonio Caldara, Gioachino Rossini, Giacomo Meyerbeer u.a.

Semiramide – La Signora Regale

Anna Bonitatibus, Accademia degli Astrusi, Federico Ferri

dhm/Sony 88725479862
(90 Min., 11/2013) 2 CDs

Betrachtet man sich die sehr dünn gewobenen roten Fäden, mit denen sogenannte Konzeptalben für gewöhnlich zusammengenäht werden, kann man hier nur begeistert Beifall zollen. Es ist schon verwunderlich, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, aus den kaum zu zählenden Vertonungen des Semiramis-Stoffes ein Arien-Programm zusammenzustellen. Besser noch, ein so anregendes und abwechslungsreiches Arien-Programm wie dieses. Von Caldaras "Semiramide in Ascalona" aus dem Jahr 1725 über die Versionen von Porpora, Jommelli, Traetta, Paisiello und Meyerbeer (um nur die bekannteren zu nennen) bis zu Garcías fast genau ein Jahrhundert später uraufgeführten "Semiramis" reicht die Auswahl. Dazu gibt es die reizvolle Erstfassung von Rossinis "Bel raggio lusinghier" zu hören, die deutlich stärker ornamentiert ist und die Virtuosität der (hier noch fehlenden) Cabaletta schon in die Cavatina einbaut.
Doch so gelungen sich dieses Doppelalbum inhaltlich auch präsentiert – es muss auch die entsprechende Interpretin in die Rolle der assyrischen Königin schlüpfen. Und da könnte man sich keine bessere wünschen als die grandiose Anna Bonitatibus. Über ihre stimmlichen Vorzüge, ihre technische und gestalterische Meisterschaft muss hier nicht erneut gejubelt werden, der geneigte Leser sei auf die Rezensionen ihres Haydn- und ihres Rossini-Recitals im RONDO-Rezensionsarchiv verwiesen. Auf jeden Fall kann man der Schweizer Sony-Dependance gar nicht genug dafür danken, dieser Ausnahmesängerin ein künstlerisches Zuhause zu bieten, auch wenn seit der letzten Aufnahme ungebührlich viel Zeit verstrichen ist. Wollen wir hoffen, dass uns dieses Mal früher eine Nachfolgerin dieser – wieder einmal – unbedingt habenswerten Bonitatibus-CD vergönnt ist!

Michael Blümke, 14.06.2014



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ein paar vorgegebene Noten, aber auch viel frei Improvisiertes – fast wie im Jazz. Beschrieb Nils Mönkemeyer seinen neuen diskografischen Ausflug nach Italien jüngst im Radio. Und ja, wer sich etwa erinnert, was Patricia Kopatchinskaja dem Konzerte wie am Fließband produzierenden Antonio Vivaldi unlängst auf der Geige andichtete – zugeben deutlich radikaler, als Mönkemeyer hier vorgeht – fühlt sich darin bestätigt. Es gibt Spielraum. Nun ist Mönkemeyer Bratscher, begegnet also […] mehr »


Top