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Andrés Barea, Juan García de Salazar, Mateo Romero u.a.

La oreja de Zurbarán

Paul Van Nevel, Huelgas Ensemble

Cypres/Note 1 CYP1669
(57 Min., 9/2013)

Wer ein eher unbekanntes Kapitel in der Geschichte der frühbarocken Malerei kennenlernen wollte, der musste bis Ende Mai nach Brüssel pilgern. Dort war eine Ausstellung des Spaniers Francisco de Zurbarán zu sehen, der zu Beginn des 17. Jahrhundert alle reformatorischen Strömungen als Teufelszeug abtat und seinen strengen Glauben in einer faszinierenden, sich der mystischen Strenge und Verzückung verpflichtenden Bilderwelt zum Ausdruck brachte. Was die Güte und Anzahl der Exponate angeht, dürfte man in den nächsten Jahren und Jahrzehnten so ein Zurbarán-Erlebnis nicht ein zweites Mal geboten bekommen.
Immerhin lässt sich mit dem belgischen Huelgas Ensemble und seinem Leiter Paul Van Nevel noch etwas länger im Spanien jener Epoche verweilen bzw. kann man sie von ihrer musikalisch gleichermaßen beeindruckenden Seite kennenlernen. „Das Ohr von Zurbarán“ lautet sinnigerweise das Programm, das man zur Ausstellung und darüber hinaus zusammengestellt hat. Dabei lernt man ein in sich ruhendes und doch so bewegendes „Miserere“ von Andrés Barea kennen, das vom italienischen Einfluss erzählt wie ein „Agnus Dei“ aus der Feder Diego de Pontacs vom franko-flämischen. Auch diese polyphonen Gesänge hätten Zurbarán in innere Ekstase versetzt. Bei manch anderen hätte er vor Entsetzen nur Stoßgebete in den Himmel geschickt. Denn Paul Van Nevel hat es sich nicht nehmen lassen, sich auch dem Zauber profan-weltlicher Chorwerke zu widmen.

Guido Fischer, 21.06.2014



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