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Organ Explosion

Organ Explosion

Enja/Soulfood ENJ-9610 2
(57 Min., 1 - 4/2013)

Sie sind zu dritt und Anfang dreißig. An der Münchner Musikhochschule haben sie sich kennengelernt. Beim gemeinsamen Jammen ist der Funke übergesprungen – schließlich verbindet sie die Liebe zu analogen Sounds der 60er und 70er Jahre, und sie schwärmen für so legendäre Vintage-Instrumente wie die Orgeln von Hammond, Wurlitzer, die Keyboards von Clavinet und Rhodes samt den dazu gehörenden analogen Gerätschaften, für den Fender Jazz Bass und für klassische Ludwig Schlagzeuge; alle drei Musiker verbindet außerdem der Wille zur Perfektion und das Hochgefühl, ausgebuffte knackige Arrangements mit unglaublichem Drive zu meistern. Fast zwangsläufig ist aus dem Begegnungsprozess ein basisdemokratisches Trio geworden. „Organ Explosion“ nennen Hansi Enzensperger, der Mann an den Tasten, Ludwig Klöckner, der E-Bassist, und Schlagzeuger Manfred Miltenberger ihre Formation. Der Name ist Programm und daher auch der Titel ihres Debüt-Albums. Jeder einzelne Track groovt knackig funky, immer wieder laufen die Arrangements in eine unerwartete Richtung und warten mit messerscharf gebotenen, vertrackten Ensemble-Passagen auf. Naturgegeben sind die berstenden Tastenklänge der beherrschende Faktor, aber der kommt zu seiner Potenzierung erst durch die unglaubliche Präsenz und Präzision des Basses und die Explosionen zündenden Beiträge des Schlagzeugs. Diese Musik lässt die Ödnis sonst so oft zelebrierter Jazz-Rock-Funk-Seligkeit weit hinter sich, geht unmittelbar in die Beine und zu Herzen und erfreut dabei den Geist.

Thomas Fitterling, 05.07.2014



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