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Heitor Villa-Lobos

Chormusik

Corydon Singers, Matthew Best

Hyperion/Note 1 CDH55470
(77 Min., 11/1992 & 1/1993)

Eine wechselvolle Biografie: geboren 1887 in Brasilien, frühe Neigung zur Musik, während der 1920er Jahre Studienaufenthalte in Paris – dort Eintauchen in eine der aufregendsten Szenen des damaligen europäischen Musiklebens. Rückkehr ins Brasilien der Vargas-Diktatur, Neuaufbau der brasilianischen Musikerziehung, eng angelehnt an die Propaganda-Bedürfnisse des totalitären Regimes … Man kann Heitor Villa-Lobos‘ Lebensgeschichte kaum ohne ein gewisses Unbehagen zur Kenntnis nehmen. Bis in seine geistliche Musik hinein ziehen sich die Lobhudeleien in Richtung der weltlichen Macht, zu denen er wohl nicht wirklich erst gezwungen werden musste. Dennoch ist seine Bedeutung für die kulturelle Entwicklung Brasiliens unbestritten, und seine durch und durch tonale Musik zeugt immerhin von beträchtlichem Können und exzeptioneller Inspiration.
Die brillanten „Corydon Singers“ widmeten sich der wenig bekannten geistlichen Musik Villa-Lobos‘, komponiert auf lateinische Texte, schon in den Jahren 1992 und 1993; zweifellos ist die von ihnen eingespielte Auswahl von der vergleichsweise kargen dreistimmigen Frauenchormesse zu Ehren des heiligen Sebastian bis hin zu den prächtigen sechsstimmigen „Bendita Sabedoria“ eine Bereicherung des Repertoires. Rein interpretatorisch sowieso eine ungetrübte Freude, englische Chorkunst auf höchstem Niveau.

Michael Wersin, 05.07.2014



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