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Louis Lacoste, Michel-Richard Delalande, Jean-Philippe Rameau u.a.

A French Baroque Diva – Arien für Marie Fel

Carolyn Sampson, Ex Cathedra, Jeffrey Skidmore

Hyperion/Note 1 CDA68035
(72 Min., 6/2013)

Die 1713 in Bordeaux geborene Sängerin Marie Fel wurde nach ihrer Entdeckung eine der großen Diven der Pariser Oper. Sie brillierte in Opern von Mondonville, Rameau oder Rousseau sowie in geistlichen Werken von Delalande und anderen. Sie war die Muse des Malers Maurice Quentin de la Tour, der sie bezaubernd porträtierte, und hatte darüber hinaus eine große Schar von Verehrern.
Carolyn Sampson hat sich der Herausforderung gestellt, ein Vokal-Porträt dieser großen Künstlerin auf den Tonträger zu bannen. Sie wandelt souverän auf den Spuren der außergewöhnlichen Koloratur-Begabung und der Vogelstimmen-Imitationsfähigkeiten der Fel. Ihr kam dabei zugute, dass offenbar eine Menge originales Notenmaterial aus dem Besitz der Französin mit einer Menge interpretatorischer Notizen u.a. bezüglich Verzierungen erhalten ist. Sampsons Gesangsleistung darf bewundert werden: Atemberaubend dicht und energiegeladen treibt sie etwa die schnellen Skalenbewegungen in Delalandes „Regna terrae“ voran und mit höchster Delikatesse bemeistert sie die filigranen Linien in desselben Komponisten „Viderunt omnes termini terrae“. Ob sie dabei ähnlich klingt wie einst Marie Fel, kann natürlich niemand wissen. Zu konstatieren ist jedenfalls – um einen Einzelaspekt herauszugreifen –, dass Sampsons Stimme vor dem Hintergrund jener konsequenten Vibrato-Freiheit, die einst Markenzeichen einer „historisierenden Aufführungspraxis“ war, keineswegs besonders gerade geführt klingt. Es gibt allerdings hier und da ein paar sehr ruhige, klare Töne ohne jegliches Flackern, die tatsächlich Lust auf mehr von dieser Sorte machen. Wie hätte wohl Emma Kirkby dieses Repertoire gesungen? Überlegungen dieser Art rufen in Erinnerung: Die Auseinandersetzung mit Alter Musik, besonders in Gestalt eines Künstlerinnen-Porträts, kann immer nur eine Annäherung zum Ergebnis haben, „ohne Garantie“ gewissermaßen, aber reizvoll allzumal.

Michael Wersin, 26.07.2014



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