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Discography

Peter Kowald

Jazzwerkstatt/Naxos jw 150
(168 Min., 2/1981 - 4/1997) 4 CDs

Heuer wäre der Bassist Peter Kowald 70 Jahre alt geworden. Die Jazzwerkstatt ehrt ihn mit einer aufwändigen CD-Box. Klaus Kürvers hat dafür liebevoll eine Diskografie zusammengestellt. In chronologischer Reihenfolge verzeichnet sie alle Tonträger, an denen Kowald mitgewirkt hat. Die Album-Covers sind jeweils abgebildet; neben den üblichen Angaben werden auch die Namen der Toningenieure und Autoren der Liner Notes genannt. Bert Noglik, Floros Floridis, Wolfgang Schmidtke und Günter Baby Sommer liefern in Beiträgen erhellende Beobachtungen zum Phänomen Kowald. Der war ein unermüdlicher Wegbereiter des Free Jazz und Ermöglicher internationaler Begegnungen. Vier CDs ergänzen das Gebinde. Entstanden nach der Zeit, als Kowald mit Peter Brötzmann oft brachial die Konventionen „kaputt spielte“, machen sie deutlich, wie sehr Kowald und seine Mitstreiter die eröffneten Freiräume für bewegende melodische Momente neuer Art nutzten. Überzeugend schon die hier zum ersten Mal veröffentlichten Aufnahmen von der Jazzwerkstatt in Peitz mit dem Trompeter Wadada Leo Smith und Schlagwerker Günter Baby Sommer, und lustvoll bewegend dann die Aufnahmen aus Athen mit dem Posaunisten Conny Bauer, dem Holzbläser Floros Floridis und dem Schlagzeuger Andrew Cyrille. Ebenfalls aus griechischen Schätzen stammen die Wiederveröffentlichungen „Aphorismus 1-26“ mit Florides und Sommer bzw. „Human Aspects“ mit dem Hornisten Vincent Chancey, Florides und dem Trommler Louis Moholo. Ergänzt wird das Paket um zwei Tracks aus dem Dortmunder Studioalbum „Grandmothers Teaching“ von einem Septett um E-Bassist Jan Kazda und Saxofonist Wolfgang Schmidtke, das kurioserweise deutliche Einflüsse von der damaligen Miles-Davis-Musik aufweist. Mit dieser Spannweite ist die Box nicht nur ein diskografisches, sondern auch ein musikalisches Juwel.

Thomas Fitterling, 02.08.2014



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