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Benjamin Godard

Klavierkonzerte Nr. 1 & 2, Introduction et Allegro

Howard Shelley, Tasmanian Symphony Orchestra

Hyperion/Note 1 CDA68043
(70 Min., 4/2013)

Die "Berceuse" aus seiner Oper "Jocelyn" kennen sogar viele Gelegenheits-Klassikhörer, seine übrigen Werke meist nicht einmal die Eingeweihten. Dabei war Benjamin Godard, obwohl er mit nur 45 Jahren starb, ein durchaus produktiver (und zu Lebzeiten sehr gefeierter) Komponist, sein letztes Opus trägt die Nummer 153. Seine beiden Klavierkonzerte erinnern mitunter an Saint-Saëns, freilich ohne dessen melodische Extravaganz zu besitzen. Dafür stecken sie voller reizvoller Effekte und überraschender Einfälle, geben sich in den Außen- (und besonders den Kopf-)Sätzen etwas plakativer, in den Binnensätzen deutlich raffinierter. Perfektes Virtuosenfutter also, das es dem Interpreten erlaubt, seine flinken Finger wirkungsvoll vorzuführen, trotzdem aber nicht banal oder billig daherkommt: Da stellt sich beim Hören kein schales Gefühl ein, dass man sich unter Niveau amüsiert. Kein Zweifel, dass diese Werke bei Howard Shelley bestens aufgehoben sind. Der Brite ist sicher nicht der aufregendste Gestalter, aber ein technisch enorm versierter Pianist, der mit dem Tasmanian Symphony Orchestra (in Doppelfunktion auch als Dirigent) schon die Klavierkonzerte von Herz, Kalkbrenner und Moscheles eingespielt hat und damit – wie auch in diesem Fall – etliche höchst gelungene Beiträge zur "Romantic Piano Concerto"-Reihe von Hyperion geliefert hat.

Michael Blümke, 09.08.2014



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