home

N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



Dass man sich diese "Trovatore"-Konstellation nicht entgehen lassen und sie konservieren würde, war abzusehen. Dass man sich allerdings die Kameras nicht gespart und stattdessen gleich auf eine CD-Veröffentlichung gesetzt hat, ist einfach nur dumm. Denn das peinliche Kasperletheater, das Regisseur Philipp Stölzl da auf der Bühne des Berliner Schiller Theaters abziehen lässt (die zu albernem Herumgehampel genötigten Choristen können einem leidtun!), ist überflüssig wie ein Kropf. Konsequent treibt er den Handlungen und Emotionen der Figuren den letzten Rest dramaturgischer Glaubwürdigkeit aus. Deshalb auch nur drei Punkte für diese DVD/Blu-ray – die musikalische Seite allein hätte vier verdient.
Da nämlich horcht man gleich zu Beginn bei der Ferrando-Erzählung des sonoren, geschmeidig-eleganten Adrian Sâmpetrean auf. Plácido Domingos Luna kommt zwar ziemlich kurzatmig daher, zaubert aber wieder einen Bronzeschimmer auf die Stimmbänder und klingt hier längst nicht so matt und müde wie auf seinem Verdi-(Bariton-)Recital. Manrico-Einspringer Gaston Rivero überzeugt mit leicht metallischem Kern in seinem hellstimmigen, sehr einnehmenden Tenor. Marina Prudenskayas bewegliche Stimme ist für die Azucena etwas zu leichtgewichtig, in der Tiefe nicht gefestigt genug, macht mit ihrer sicheren Höhe aber bella figura. Schließlich Anna Netrebko als Leonora: Barenboims langsame Tempi in ihren Arien nutzt sie mit großzügiger Phrasierung für herrlich weite Bögen, lässt ihren warmen, runden, mittlerweile etwas dunkler gefärbten Sopran in den oberen Lagen betörend aufblühen – zum Schwelgen schön. Nur eben leider (noch?) nicht auf CD …

Michael Blümke, 16.08.2014



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Beim Namen Galilei denkt man sofort an den genialen Mathematiker und Astronomen Galileo Galilei, der mit seiner exakten Messmethodik die modernen Naturwissenschaften maßgeblich mitbegründete. Doch zur Familie Galilei gehörten auch zwei bedeutende Musiker: Galileos Bruder Michelangelo Galilei und der gemeinsame Vater Vincenzo Galilei. Beide waren hervorragende Lautenisten, Vincenzo setzte sich auch intensiv mit den physikalisch-akustischen Grundlagen der Musikproduktion auseinander und […] mehr


Abo

Top