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Nicolas Hotman, Dietrich Stöeffken, Jean-Baptiste Lully u.a.

Contentement passe richesse – Musik für Viola und Theorbe aus den Göess-Tabulaturen

The little Consort

Fra Bernardo/Note 1 FB1403111
(76 Min., 1/2010)

Eine geheimnisvolle CD: Kaum jemand, der sich nicht intensiv mit Gamben- und Lautenrepertoire beschäftigt, wird wohl wissen, dass die „Göess-Tabulaturen“ Handschriften mit Musik des 17. Jahrhunderts sind, die sich auf dem Kärntner Familiensitz der Bischofsfamilie Göess befanden. Und ebenso wenig werden Komponistennamen wie Dietrich Stöeffken oder Nicolas Hotman einem breiteren Publikum vertraut sein. Um herauszufinden, was es damit auf sich hat, überlasse man sich am besten dem Höreindruck: Ein bisschen „Musica-Riservata-Charakter“ hat dieses teils für Gambe, teils für Theorbe komponierte Repertoire; ruhig und friedlich fließen die Suitensätze dahin, sie präsentieren sich in ihrer bezwingenden Intimität so etwa als das exakte Gegenteil der dynamischen Orchester-Suitensätze eines Johann Sebastian Bach. Das Kaminzimmer eines kleinen Schlosses erscheint als ideales Aufführungs-Ambiente vor dem geistigen Auge des Hörers, der gebannt dem reichhaltigen Ausdruckspotential dieser faszinierenden Musik lauscht und die gediegenen Interpretationen von Johanna Valencia (Viola) oder Hermann Platzer (Theorbe) bewundert. Durch die ruhigen Tempi wird auch die spieltechnische Virtuosität dieser Musik ganz verinnerlicht erlebt – man hört Interpreten, die auf entspannte, aber auch sehr konzentrierte Art und Weise mit ihren herrlich klingenden Instrumenten zusammengewachsen zu sein scheinen. Eine reine Freude.

Michael Wersin, 16.08.2014



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