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Edward Elgar

Falstaff, Elegie, The Sanguine Fan

English Northern Philharmonia, David Lloyd-Jones

Naxos 8.553879
(56 Min., 12/1996) 1 CD

Der Ritter John Falstaff war, nach Schilderung Shakespeares, eine recht plumpe Erscheinung. Dies läßt sich von Edward Elgars orchestralem Porträt des schwergewichtigen Lebemannes keinesfalls behaupten. Die “Sinfonische Studie in c-Moll”, so der Untertitel des “Falstaff”, entstand 1913, zwei Jahre nach der Zweiten Sinfonie. Das Werk lässt sich durchaus als Programm-Musik hören, wenn man möchte; andererseits bietet es mehr als genügend absoluten Wert, um auch ohne Kenntnis von Shakespeares “Heinrich IV.”, wo Falstaff auftritt, verstanden werden zu können. Anders als die Auswahl des Titelhelden es vermuten ließ, ging es Elgar nicht um derben Kneipenhumor, sondern um eine psychologische Studie eines im Grunde einsamen Mannes.
Folgerichtig gibt sich auch die Musik wesentlich diffiziler, kammermusikalischer und vor allem harmonisch komplizierter als in Elgars früheren Orchesterwerken. Die aufrauschende edwardianische Grandeur etwa der Ersten Sinfonie hat einer wesentlich nachdenklicheren Grundstimmung Platz gemacht. Mit seinen zum Teil harschen Dissonanzen und dem offenen Ende ist der “Falstaff” wohl Elgars modernste Komposition.
David Lloyd-Jones’ Interpretation verbindet Detailgenauigkeit mit zupackender Energie, erreicht damit zwar nicht jene liebevolle Versenkung in den Charakter des Helden wie Andrew Davis (Teldec), vermag jedoch trotzdem zu überzeugen - vor allem in den letzten Minuten, Falstaffs desillusioniertem, traurigem Ende.

Thomas Schulz, 28.02.1999



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