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N° 1220
25.09. - 01.10.2021

nächste Aktualisierung
am 02.10.2021



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Gioachino Rossini, Giovanni Pacini, Vincenzo Bellini u.a.

Stella di Napoli (Bel Canto Opera Arias)

Joyce DiDonato, Orchester der Oper Lyon, Chor der Oper Lyon, Riccardo Minasi

Erato/Warner 2564636562
(72 Min., 10/2013)

Gäbe es doch nur mehr Sängerinnen wie Joyce DiDonato – die Opernwelt wäre ein Elysium. Natürlich verfügt nicht jeder über ein solches Ausnahmematerial, leider aber behandeln auch diejenigen, die bei der Verteilung der Stimmbänder Glück hatten, diese in den wenigsten Fällen so pfleglich und umsichtig wie die Amerikanerin. Nach wie vor konzentriert sie sich auf das Barock- und das Belcantorepertoire, hält ihren Mezzo damit flexibel und beweglich. Und macht mit ihrer Intensität jeden Auftritt zum Erlebnis. Diese live gezeigte Eindringlichkeit und Unbedingtheit kann sie aber auch ins Aufnahmestudio übertragen. Weshalb ihre neue CD so spektakulär ist, wie das Kleid, das sie auf dem Cover trägt.
Neben mehr oder weniger Bekanntem von Donizetti, Bellini und Rossini gibt es hier ebenso viel Unbekanntes von Carafa, Mercadante, Valentini und Pacini zu genießen und zu bewundern. Besonders für Letzteren scheint DiDonato – erfolgreich! – eine Lanze brechen zu wollen: Gleich beim aufregenden Einstieg mit einer Cabaletta aus seiner "Stella di Napoli" zieht sie alle virtuosen Register, mit der großen "Saffo"-Schlussszene findet das Recital seinen effektvollen dramatischen Ausklang, zeigt sich die Sängerin als große Tragödin.
Doch auch die ruhigen oder wehmütigen Töne stehen ihr glaubwürdig zu Gebote. In "Dopo l'oscuro nembo" aus Bellinis "Adelson e Salvini" zeigt sie einen schmerzlich-sehnenden Ton von betörender Innigkeit, nicht minder bewegend ist der Ausschnitt aus "Le nozze di Lammermoor" von Michele Carafa geraten. Wenn sie gleich darauf in Zelmiras "Riedi al soglio" ein in dieser Arie so noch nie gehörtes Feuerwerk abfackelt, ist man froh, sich nicht für das Lyrische oder das Virtuose entscheiden zu müssen, sondern von Joyce DiDonato mit dem gesamten Spektrum vokaler Finesse ins Elysium entführt zu werden.

Michael Blümke, 30.08.2014



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