home

N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



Responsive image
Ludwig van Beethoven

Klavierkonzert Nr. 5, Klaviersonate Nr. 32

Nelson Freire, Gewandhausorchester, Riccardo Chailly

Decca/Universal 4786771
(62 Min., 2-3/2014)

Den Start zu einer Gesamtaufnahme der Beethoven-Klavierkonzerte soll diese CD bilden, nach den gemeinsamen Brahms-Einspielungen vor acht Jahren bringt Decca dafür abermals Nelson Freire mit dem Gewandhausorchester und Riccardo Chailly zusammen. Dass es dieses neue Fünferpaket nicht wirklich braucht, wird allerdings schon mit diesem Auftakt klar.
Intellektuelle Überfrachtung kann man Freire im fünften Klavierkonzert gewiss nicht vorwerfen, keine übermäßige gedankliche Schwere trübt sein Spiel. Licht und verspielt sieht der Brasilianer das Werk, lässt den ersten Satz zügig mit hellem, stellenweise gläsernem Klang abschnurren. Im Adagio zaubert Chailly mit seinem grandiosen Gewandhausorchester ein samtenes Gewand, in das sich Freire freilich nicht einkuschelt, sondern eine gewisse Distanz wahrt, einen nüchternen Gegenpart zur orchestralen Verführung bietet, was durchaus eine gewisse Unbeteiligtheit ausstrahlt. Auch im Finale gibt sich der Pianist eher unbeschwert, vermittelt eine Leichtigkeit, die an brillante Oberflächlichkeit grenzt.
Als Ergänzung zum letzten Klavierkonzert findet sich auch Beethovens letzter Beitrag zur Gattung Klaviersonate, die Nr. 32 in c-Moll. Nelson Freire scheint möglichst rasch durch den ersten Satz kommen zu wollen, übersetzt "con brio" hörbar mit "in Eile". Zur – zugegebenermaßen – schwer zu fassenden Arietta hat er nicht viel zu sagen, ziemlich unentschlossen hangelt er sich durch den Satz, bekommt trotz seiner Vorliebe fürs Flinke nicht einmal die dritte Variation richtig zum Swingen. Unterm Strich zu wenig, um wirklich konkurrenzfähig zu sein.

Michael Blümke, 06.09.2014



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Beim Namen Galilei denkt man sofort an den genialen Mathematiker und Astronomen Galileo Galilei, der mit seiner exakten Messmethodik die modernen Naturwissenschaften maßgeblich mitbegründete. Doch zur Familie Galilei gehörten auch zwei bedeutende Musiker: Galileos Bruder Michelangelo Galilei und der gemeinsame Vater Vincenzo Galilei. Beide waren hervorragende Lautenisten, Vincenzo setzte sich auch intensiv mit den physikalisch-akustischen Grundlagen der Musikproduktion auseinander und […] mehr


Abo

Top