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Ludwig van Beethoven

Klavierkonzert Nr. 5, Klaviersonate Nr. 32

Nelson Freire, Gewandhausorchester, Riccardo Chailly

Decca/Universal 4786771
(62 Min., 2-3/2014)

Den Start zu einer Gesamtaufnahme der Beethoven-Klavierkonzerte soll diese CD bilden, nach den gemeinsamen Brahms-Einspielungen vor acht Jahren bringt Decca dafür abermals Nelson Freire mit dem Gewandhausorchester und Riccardo Chailly zusammen. Dass es dieses neue Fünferpaket nicht wirklich braucht, wird allerdings schon mit diesem Auftakt klar.
Intellektuelle Überfrachtung kann man Freire im fünften Klavierkonzert gewiss nicht vorwerfen, keine übermäßige gedankliche Schwere trübt sein Spiel. Licht und verspielt sieht der Brasilianer das Werk, lässt den ersten Satz zügig mit hellem, stellenweise gläsernem Klang abschnurren. Im Adagio zaubert Chailly mit seinem grandiosen Gewandhausorchester ein samtenes Gewand, in das sich Freire freilich nicht einkuschelt, sondern eine gewisse Distanz wahrt, einen nüchternen Gegenpart zur orchestralen Verführung bietet, was durchaus eine gewisse Unbeteiligtheit ausstrahlt. Auch im Finale gibt sich der Pianist eher unbeschwert, vermittelt eine Leichtigkeit, die an brillante Oberflächlichkeit grenzt.
Als Ergänzung zum letzten Klavierkonzert findet sich auch Beethovens letzter Beitrag zur Gattung Klaviersonate, die Nr. 32 in c-Moll. Nelson Freire scheint möglichst rasch durch den ersten Satz kommen zu wollen, übersetzt "con brio" hörbar mit "in Eile". Zur – zugegebenermaßen – schwer zu fassenden Arietta hat er nicht viel zu sagen, ziemlich unentschlossen hangelt er sich durch den Satz, bekommt trotz seiner Vorliebe fürs Flinke nicht einmal die dritte Variation richtig zum Swingen. Unterm Strich zu wenig, um wirklich konkurrenzfähig zu sein.

Michael Blümke, 06.09.2014



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