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Trouble

Benjamin Herman

Dox/Cargo 00075665
(47 Min.)

Das Benjamin Herman Trio besteht aus lauter gestandenen Herren der niederländischen Jazzszene: Bandleader Herman stellte seine Saxofone dem New Cool Collective zur Verfügung, das in den 90er Jahren den Dancefloor-Jazz nach Holland brachte, Bassist Ernst Glerum war Mitglied des für seine Freiheitsliebe berühmt-berüchtigten ICP Orchestra, Drummer Joost Patocka schließlich begleitete regelmäßig die niederländische Sanges-Ikone Rita Reys.
Star der neuen Aufnahme des Trios ist freilich ein gänzlich Unbekannter: der 24-jährige Sänger und Keyboarder Daniel von Pierkatz. Ihm ordnen sich Herman, Glerum und Patocka mit der Ausnahme von zwei wendig im Geiste alter Blue-Note-Aufnahmen aus den 50er Jahren vorgetragenen Instrumental-Nummern mannschaftsdienlich unter. Und das aus gutem Grund: Der Nobody hat einiges zu bieten.
Daniel von Pierkatz verfügt über eine ganz eigene, beinahe feminine Stimme, die in den verschiedensten Kontexten immer wieder anders klingt. Mal erinnert sie an den unlängst verstorbenen Jimmy Scott (im bluesig-verschlagenen JJ-Cale-Cover „You Got Me On So Bad“), mal an Prince (in der Bearbeitung von Sly Stones „Wishful Thinkin'“), zuweilen auch an Jamie Cullum (etwa in der Interpretation von „Love Theme (From Spartacus)”).
Auch wenn das Sounddesign der Aufnahme und die Spielhaltung der Musiker eine leicht ironische Nostalgie-Note haben mögen: Daniel von Pierkatz erweist sich hier zweifellos als Mann der Zukunft für den niederländischen Jazz.

Josef Engels, 27.09.2014



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