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Jean-Philippe Rameau

Sämtliche Klavierwerke

Marcelle Meyer

Erato/Warner 2564625799
(150 Min., 1946 & 1953) 2 CDs

Kaum war 1887 in Paris ein Notenkonvolut mit den Highlights der französischen Clavecinisten-Kunst erschienen, stürzten sich Komponisten wie Debussy und Ravel auf das musikalische Erbe von Couperin und vor allem von Jean-Philippe Rameau. Trotzdem sollten noch einige wenige Jahrzehnte vergehen, bis Rameau seine ersten Spuren auch auf Tonträger hinterlassen sollte. Die erste Oper von ihm erschien 1957 und war die von Hans Rosbaud geleitete Aufführung der „Platée“. Aber schon zehn Jahre zuvor war die einstige Muse von Paris und Freundin der legendären „Groupe des six“, Marcelle Meyer, im Studio gewesen, um Cembalo-Werke von Rameau auf einem modernen Flügel einzuspielen. 1953 folgte für die 56-jährige Madame dann die zweite Aufnahmesession. Und auch diese verlief schlichtweg in allen Belangen bewundernswert für Rameau und die Nachwelt.
Denn Meyers Klavierspiel war so ganz anders als das ihrer Landsfrau Marguerite Long. War diese „Hohepriesterin der französischen Klavierschule“ (so Jean-Charles Hoffelé im Booklet der Meyer-Aufnahme) auf Strenge und Objektivität abonniert, ließ Meyer den Klavierklang leuchten und singen, atmen und aufblühen, schwelgen und schönste Zärtlichkeiten von sich geben. Ideale Voraussetzungen waren dies also, als Meyer sich unter dem Strich den gesamten Cembalo-Rameau vornahm und ihn nach allen Regeln einer jungen Liebe umschwärmte. Wie schön, dass man diese historischen Aufnahmen anlässlich des 250. Todestags von Rameau wiederveröffentlicht hat.

Guido Fischer, 27.09.2014



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