Responsive image
Antonio Vivaldi, Alessandro Marcello, Uri Dom u.a.

Venice: The Golden Age (Concerti für Oboe)

Xenia Löffler, Georg Kallweit, Akademie für Alte Musik Berlin

harmonia mundi HMC 902185
(69 Min., 10/2013, 2/2014)

Wie gut, dass Antonio Vivaldi den Job am Ospedale della Pietà angenommen hat, um das waisenhauseigene Mädchenorchester zu einem über die Grenzen Venedig hinaus bewunderten Ensemble zu machen. Schließlich ließ es sich Vivaldi nicht nehmen, die hochtalentierten Musikerinnen gleich noch solistisch mit eigens komponierten Konzerten auf die Probe zu stellen. Von den rund 20 Oboenkonzerten, die er geschrieben hat, entstanden sicherlich auch einige speziell für eine gewisse „Pellegrina“, die darüber hinaus auch noch eine Könnerin auf der Violine gewesen sein soll. Drei Jahrhunderte später ist nun die deutsche Oboistin Xenia Löffler in die Rolle ihrer italienischen Kolleginnen geschlüpft und hat gleich vier Oboenkonzerte von Vivaldi nicht einfach nur eingespielt. Mit ihrer erlesenen Tongebung kann Löffler alle Reize ihres Instruments ausspielen und mit ihrer Virtuosität luftige Girlanden in den venezianischen Himmel malen, dass es nur so eine Wonne ist.
Bei ihrer Barockzeitreise in die Lagunenstadt wird sie von der Berliner Akademie für Alte Musik mit allem Elan und aller Sinnenfreude begleitet, die man sich von einem auf den historischen Klang abonnierten Ensemble nur wünschen kann. Neben dem Zugpferd Vivaldi gibt es darüber hinaus Werke von Komponisten, die in Venedig und wie Giovanni Porta auch am Ospedale wirkten. Von ihm sowie von Carlo Tessarini und Alessandro Marcello erklingen Concerti für Oboe bzw. für Streicher, die sich allesamt als lohnenswerte Alternativen zum gängigen Oboenrepertoire erweisen. Und mit einer hübschen Geisterbeschwörung wird man gleich zu Beginn auf diesen Venedig-Besuch eingestimmt. Da hat der israelische Komponist Uri Dom ein dreisätziges Concerto ganz im Stil des frühen 18. Jahrhunderts erfunden – mit entsprechenden Zutaten von Vivaldi und Tessarini.

Guido Fischer, 04.10.2014



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Aus Licht geboren: Wenn die längsten Nächte des Jahres wieder anstehen, haben die Menschen zugleich die meiste Kontrolle darüber, wie sie ihr Tagewerk oder ihren Feierabend ausleuchten wollen, hell oder dämmrig, elektrisch oder mit Kerzen, Kalt- oder Warmweiß. Die christlichen Lichtbräuche, die mit der nun beginnenden Adventszeit einhergehen, wie das zunehmende Kerzenlicht des Adventskranz, haben ihren Ursprung im viel älteren heidnischen Mythos des Sonnenhelden, der zur Sonnenwende die […] mehr »


Top