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N° 1237
22. - 28.01.2022

nächste Aktualisierung
am 29.01.2022



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John Plummer, Walter Lambe, Sheryngham u.a.

Transeamus (Englische Weihnachtslieder und Motetten)

The Hilliard Ensemble

ECM/Universal 481 1106
(68 Min., 11/2012)

Vier ehemalige Chorknaben hatten sich 1974 in London zusammengetan, um die große englische Vokaltradition fortzusetzen. Und kaum hatte man mit dem englischen Maler Nicholas Hilliard den Namenspatron gefunden, sorgte man schnell für frischen Wind – speziell in einer Alte Musik-Szene, in der man oftmals allzu streng und ehrfürchtig auf die Knie gegangen war. Doch das Hilliard Ensemble hat nicht nur in den jahrhundertealten A-Cappella-Werken von Ockeghem, Palestrina, Tallis oder Bach wahre Wundertaten vollbracht. Zugleich erfüllte es mit seinem Gesang immer auch ganz neue Klangräume und Raumklänge etwa von Wolfgang Rihm, Erkki-Sven Tüür und Arvo Pärt.
Von der einstigen Gründungsmannschaft ist nur noch Countertenor David James übrig geblieben. Doch mit den beiden Tenören Steven Harrold und Rogers Covey-Crump sowie Bariton Gordon Jones bildete er über zehn Jahre ein Vokalteam, das mit seiner schwerelosen Intensität, fließenden Anmut und all den sinnbetörenden Leuchtfarben selbst in der verzwicktesten Kontrapunktik keine Wünsche offen ließ. Nach 40 Jahren sagen die Hilliards aber jetzt Ende 2014 Goodbye und versüßen den Abschied mit einer CD und einem typischen Programm. Aus dem 15. Jahrhundert stammen die allesamt englischen Motetten und Weihnachtsgesänge, die einige der Hilliards schon im Knabenchor gesungen haben. Diesseits des Kanals hingegen dürften die Komponistennamen wie John Plummer, Walter Lambe und Sheryngham noch weitgehend unbekannt sein. Aber auch das haben die Hilliards eben immer und immer wieder mit ihren Aufnahmen geschafft: Mit traumwandlerischer Makellosigkeit auch in der Textbehandlung haben sie längst verblasste Perlen der Vokalmusik nicht einfach ausgegraben, sondern auf Hochglanz poliert. Sieht man jetzt einmal von ganz kleinen Wacklern und Intonationsproblemchen ab, ist daher diese Aufnahme nicht nur ein Abschiedsgeschenk: Wie bei nahezu sämtlichen Aufnahmen des Hilliard Ensembles ist der bleibende Wert von „Transeamus“ schon jetzt garantiert.

Guido Fischer, 01.11.2014



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