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John Adams

Violinkonzert, Shaker Loops

Gidon Kremer, London Symphony Orchestra, Kent Nagano, Orchestra of St. Luke’s, John Adams

Nonesuch/Warner Classics 7559-79360-2
(58 Min.) 1 CD

In den letzten Jahren hat sich der Amerikaner John Adams konsequent zu einem der beliebtesten zeitgenössischen Tonsetzer entwickelt, der Eingängigkeit mit kompositorischem Anspruch zu verbinden weiß. Für sein 1994 aus der Taufe gehobenes Violinkonzert erhielt er gar den mit 150.000 Dollar dotierten „Grawemeyer Award". Der Erfolg überrascht nicht, denn das halbstündige Werk bietet dem Solisten — hier, perfekt wie immer, Gidon Kremer — reichlich Raum zur Entfaltung seiner Virtuosität, es klingt modern und tut trotzdem niemandem weh. Darin wäre im Prinzip auch nichts einzuwenden, wenn sich nicht, trotz einiger sehr stimmungsvoller Passagen vor allem im langsamen Satz, gelegentlich eine gewisse Geschwätzigkeit einstellte. Zwar mag der technische Feuerzauber des Finales im Konzertsaal gewiss begeistern, doch ohne die Live-Komponente geht die wilde Motorik schnell in Leerlauf über. In „Shaker Loops" für Streicher hingegen gelingt Adams mit den Mitteln einer erweiterten Minimal music ein dramaturgisch überzeugend konzipiertes Werk, mustergültig im Spannungsaufbau und fesselnd bis zur letzten Sekunde.

Thomas Schulz, 01.12.1999



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