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Joseph Haydn, Vaja Azarashvili

Cellokonzerte

Maximilian Hornung, Kammerakademie Potsdam, Antonello Manacorda

Sony 88843064532
(59 Min., 3/2014)

Zugegeben – dringend nötig ist eine Neuaufnahme der Haydn'schen Cellokonzerte sicher nicht. Doch jede Cellistengeneration hat schließlich das Recht, sich mit diesen Stücken zu verewigen – und unter den jüngsten Nachrückern muss sich Maximilian Hornung gewiss nicht hinten anstellen. Erfreulich an seiner Einspielung ist, dass sie trotz der Masse an Vorläufern an keiner Stelle profilierungssüchtig klingt: Hornung ist sich der vielfältigen emotionalen Schattierungen der Stücke hörbar bewusst und hat sich natürlich auch mit den Spielweisen der historischen Aufführungspraxis auseinandergesetzt, doch lässt er den Stücken mit seinem frischen, eleganten Ansatz ihre Klassizität. So ist der tänzerische Aspekt im C-Dur-Konzert nicht ausgewalzt, und behalten die verträumten Seufzer im Mittelsatz des D-Dur-Konzerts eine zärtliche, helle Leichtigkeit.
Die Kammerakademie kann in der Differenziertheit der Tongebung vielleicht nicht bis ins Letzte mit Hornung gleichziehen, ist ihm aber ein sehr sensibler und kammermusikalisch transparenter Partner. Als ein sinnvolles Intermezzo zwischen den beiden bekannten Stücken erweist sich das Cellokonzert des Georgiers Vaja Azarashvili: Das 1978 entstandene Werk stemmt sich mit seinen folkloristischen Anklängen und seinen über mythisch raunenden Streichertremoli ausschwingenden Kantilenen nicht völlig gegen die Tradition. Doch ist es in Harmonik und Klangfarben zeitgenössisch genug, um den Hörer zu ermuntern, sich beim zweiten Haydn-Konzert nicht nur am Vollzug des Bekannten zu erfreuen, sondern eine aktivere Hörhaltung einzunehmen.

Carsten Niemann, 31.01.2015



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